Aus der Presse – Erster Wechsel der Direktoren im Palmengarten

Die Direktoren des Leipziger Palmengartens, Betriebsdirektor Hans Miederer und Gartendirektor Hermann Doebner, scheiden am 31. März aus ihren Stellungen, und damit aus Leipzig. Lange Jahre, seit der Eröffnung des Leipziger Palmengartens am 29. April 1899, haben beide Herren mit Lust und Liebe, mit Tatkraft, Energie und sicherem Verständnis für das Praktische, Notwendige und doch Schöne und Erfreuliche ihren verantwortungsreichen und niemals leichten Posten bekleidet. Betriebsdirektor Miederer, der vor seiner segensreichen Tätigkeit im Palmengarten durch seinen väterlichen Freund Ernst Pinkert zum Geschäftsführer des Festausschusses für die 1897er Ausstellung berufen worden war, ist in den 12 Jahren im Palmengartenbetrieb eine allgemein bekannte und hochgeschätzte Persönlichkeit geworden; sehr, sehr viele werden ihn nur ungern und mit aufrichtigem Bedauern aus Leipzig scheiden sehen. Um zu würdigen, was er im Palmengarten geschaffen, braucht man nur der großen, beliebten alljährlichen Feste zu gedenken: des Kostümfestes „Unter Palmen“, des Bayern-Balles, der Sommerfeste usw. usw. Einen tüchtigen Etablissementsleiter und einen lieben, prächtigen Menschen verliert Leipzig in Hans Miederer, der sich jetzt seiner Heimatstadt München zuwendet. Und ebenso aufrichtig wird man das Scheiden des Gartendirektors Doebner bedauern. Er war es, der dem Palmengarten sein weltstädtisch-glänzendes äußeres Gewand gab. Wer wird nicht stets mit Entzücken vor den wundervollen Teppichbeeten gestanden haben, wer erinnert sich nicht des kunstvollen Wappenbeetes im Jubiläumsjahr der Universität, der Chrysanthemen-Ausstellungen, des Rosengartens, und last not least des wundervoll gepflegten und gehegten Palmenhauses? Ueberall sah man die Liebe des Gärtners zu seinen Blumenkindern, den feinsinnigen Geschmack, der das Auge erfreute. Direktor Doebner zieht sich jetzt ins Privatleben zurück und siedelt in seine Vaterstadt Meiningen über. Möge ihm ein langes otium eum dignitate beschieden sein, und mögen beide Herren, so wie man ihrer in Leipzig nicht vergessen wird, auch unserer Stadt ein freundliches Andenken bewahren. [1] Leipziger Palmengarten. Mit dem heutigen Tage sind in der Leitung und Bewirtschaftung unseres Palmengartens einschneidende Aenderungen eingetreten. Die Betriebsleitung wird Herrn Direktor F. C. Stremmel, der über eine langjährige, in Großbetrieben erworbene kaufmännische In- und Auslandpraxis verfügt, übernehmen. Zuletzt war Herr Stremmel als Direktor des Frankfurter Verkehrsvereins, Frankfurt a. M. und Umgebung mit großem Erfolg tätig, und hat an der Hebung des Frankfurter Fremdenverkehrs und der mächtigen Verkehrsentwickelung Frankfurts regen Anteil gehabt. Als Gartendirektor wurde Herr August Brüning aus Berlin-Fichtenau vom Aufsichtsrate verpflichtet. Herr Brüning stand früher in Diensten der Stadt Berlin und war zuletzt in Fichtenau als Gärtnereibesitzer und Landschaftsgärtner tätig. Es geht ihm der Ruf eines tüchtigen Fachmannes voraus, der sowohl auf dem Gebiete der Landschaftsgärtnerei, der Pflanzenkultur und der Bodenbewirtschaftung bedeutende Erfolge erzielt hat. Herr Brüning erfreut sich der besonderen Wertschätzung unseres städtischen Gartendirektors Herrn Hampel. Der Restaurationsbetrieb ist vom 1. d. M. von der Leipziger Zentraltheater-Aktiengesellschaft übernommen worden. Bei der vorzüglichen Wirtschaftsleitung dieses Etablissements ist zu hoffen, daß auch die Bewirtschaftung des Palmengartens in Zukunft eine vorzügliche sein wird. Wie wir hören, sind eine Reihe Neuerungen und Verbesserungen im Palmengarten geplant, die ohne Zweifel auch dazu beitragen werden, den Palmengarten noch mehr als bisher zum Sammelpunkt und zur Erholungsstätte weitester Kreise unserer Bevölkerung zu machen. Es liegt nun an unserer Bürgerschaft, auch ihrerseits den Palmengarten, dieses gemeinnützige und großzügige Unternehmen, das weit über die Grenzen Leipzigs hinaus auch in botanischer Hinsicht geschätzt wird, durch recht zahlreichen Besuch zu unterstützen. [2] In das Handelsregister ist heute eingetragen worden: […] 5) aus Blatt 9416, betr. die Aktiengesellschaft unter der Firma Leipziger Palmengarten in Leipzig: Die Zeichnung der Firma verpflichtet die Gesellschaft nur dann, wenn ihr die Unterschriften von zwei zur Firmenzeichnung berechtigten Personen beigefügt worden sind. Berechtigt zur Firmenzeichnung sind die Mitglieder des Vorstandes und die Prokuristen. Hermann Doebner und Johannes Miederer sind als Mitglieder des Vorstandes ausgeschieden. Zu Mitgliedern des Vorstandes sind bestellt der Kaufmann Friedrich Carl Stremmel und der Garten-Ingenieur August Brüning, beide in Leipzig […] [3] Vom Leipziger Palmengarten. Mit Rücksicht auf die vielfachen Anfragen aus Abonnentenkreisen wird hiermit nochmals zur Kenntnis gebracht, daß seit dem 1. April d. J. ein Wechsel in der Direktion des Leipziger Palmengartens eingetreten ist. Das Arrangement von Konzerten, Festlichkeiten usw. und die Oberleitung des ganzen Betriebes und der Gartenverwaltung bleibt der Direktion der Palmengarten-Aktiengesellschaft vorbehalten, während die Restauration an die Zentraltheater-Aktiengesellschaft verpachtet worden ist, die alles aufbieten wird, durch eine vorzügliche Bewirtschaftung den verwöhntesten Ansprüchen gerecht zu werden. Man kann deutlich wahrnehmen, daß das Interesse der Leipziger Bevölkerung für unsern schönen Palmengarten im Wachsen begriffen ist. Die Entnahme von Dauerkarten und der Besuch des Palmengartens überhaupt hat sich im verflossenen Monat gegen den April der Vorjahre bedeutend gehoben. Die im großen Blumenparterre und an zahlreichen andern Stellen der herrlichen Anlagen in schönster Blüte stehenden Anpflanzungen erregen allgemeines Entzücken. Die Wünsche einiger Abonnenten, die seit dem 1. April verschärften Kontrollbestimmungen beim Eintritt in den Palmengarten zu mildern, können zurzeit leider noch nicht berücksichtigt werden, da in Len letzten Jahren ein nicht unbedeutender Missbrauch mit Dauerkarten getrieben worden ist. Für die Folge wird in solchen Fällen unnachsichtlich strafrechtliche Anzeige erfolgen. Sehr bedauerlich ist, daß hierdurch die Gesamtheit zu leiden hat; im Interesse des Palmengartens kann jedoch bis auf weiteres von der verschärften Kontrolle nicht abgesehen werden. [4] Berufung. Herr Hans Miederer, der frühere Direktor des Leipziger Palmengartens, ist mit der Geschäftsleitung des Festausschusses und des Wirtschaftsausschusses für die im Jahre 1913 in Leipzig stattfindende Internationale Baufach-Ausstellung mit Sonderausstellungen betraut worden. Er wird bereits Anfang kommenden Jahres sein Amt übernehmen. Diese Nachricht wird gewiß viele unserer Leser interessieren, denn Direktor Hans Miederer ist in Leipzig noch nicht vergessen. [5] Gartendirektor Doebner. Aus Meiningen kommt die Kunde, daß dort in seiner Heimat nach längerem schweren Leiden der frühere Gartendirektor des Leipziger Palmengartens, Hermann Doebner, verstorben ist. Mit ihm ist ein hervorragender Gartenkünstler, ein feinsinniger, prächtiger und liebenswerter Mensch dahingegangen. Diese Eigenschaften und sein langjähriges Wirken in unserem Palmengarten sichern ihm ein ehrendes Gedächtnis. [6] Hans Miederer (1867-1947) war von 1919 bis 1932 Bürgermeister von Schliersee. Kurz vor seinem Tode 1947 wurde er Ehrenbürger der Stadt. Geehrt wurde er für seine Verdienste als Bürgermeister, als Führer der Sanitätskolonne, Mitglied des Eisenbahnkomitees, Gründungsmitglied des Wintersportclubs Schliersee und der Alpenvereinssektion. Die ihm zu Ehren benannte Straße führt … Weiterlesen

Aus der Presse – Die Jahresfeiern vom Leipziger Palmengarten

1900 Aus Anlaß des einjährigen Bestehens des Leipziger Palmengartens hatte die Direktion desselben am Sonntag ein Festconcert veranstaltet, das von den vollständigen Musikcorps des 4. Thür. Infanterie-Regiments Nr. 72 und des königl. sächs. 14. Infanterie-Regiments Nr. 179 ausgeführt wurde. Das außerordentlich zahlreiche Publicum fand sich in der Erwartung eines musikalischen Genusses nicht getäuscht. Am Nachmittag concertirten die Capellen in den ersten beiden Theilen des Programms abwechselnd, und zwar die 72er unter Leitung des Herrn Corpsführers Seitz (an Stelle des erkrankten Musikdirectors Herrn Wendt), sowie die 179er unter Leitung ihres Dirigenten Herrn Kapitain. Beide Capellen wurden für ihre Darbietungen (Ouvertüre zu „Girofle- Girofla“, „Am schönen Rhein“ von Keler Bela, Potpourri aus der „Regimentstochter“ u. s. w.) mit Beifall ausgezeichnet. Im dritten Theile vereinigten sich beide Capellen zu einem Ganzen unter Leitung des Herrn Kapitain. Die Wirkung war eine großartige, namentlich erzielte die „Tell“- Ouverture, die sowohl in ihren Feinheiten, als mit ihrem prächtigen Marsch vorzüglich zur Geltung kam, großen Effect. Rühmend ist hierbei anzuerkennen, das exacte Zusammenspiel beider Capellen, und zwar um so mehr, weil vorher keine Gelegenheit zu Proben gegeben war. Auch das Abendconcert, das im Saale abgehalten wurde, fand vor „überfülltem Hause“ statt. Die große Zahl der Musiker machte hier das Streichconcert zur Bedingung. Auch hier wurden die Leistungen der Capellen, die wieder Herr Kapitain dirigirte, durch lebhaften Beifall anerkannt. So ist denn das „erste Stiftungsfest“ in jeder Hinsicht vorzüglich verlaufen. [1] 1901 Die Hoffnungen, welche sich vor zwei Jahren bei Eröffnung des Leipziger Palmengartens an die Zukunft dieses unserer Bürgerschaft gewidmeten Unternehmens knüpften und auf einen erfreulichen Erfolg bauten, haben ihre volle Erfüllung gefunden. Heute, wo wir auf einen zweijährigen Zeitraum des Bestehens dieser Unterhaltungs- und Erholungsstätte vornehmster Art zurückschauen, können wir mit Befriedigung auf das von seiner Verwaltung Erreichte blicken und zugleich die Sympathie bestätigen, die das in gemeinnützigem Sinne geschaffene, von erfahrener Hand geleitete Werk bei unserer gesammten Bewohnerschaft gefunden hat. Wenn die Direction des Leipziger Palmengartens aus Anlaß dieser Rückschau am jüngsten Montag, dem einstigen Eröffnungstage des Gartens, eine Jahresfeier veranstaltete und bei dieser Gelegenheit die Wiederkehr der bedeutungsvollen Stunde durch zwei von den Musikcorps des 107. und des 179. Regiments ausgeführte Festconcerte besonders freudig markirte, so fand sie sich bei dieser Veranstaltung in ihrer Freude durch eine überaus rege Theilnahme aus allen Kreisen unserer Stadt bestärkt. Sowohl das Nachmittagsconcert im Concertpark, als auch das Abendconcert im Festsaale des Gesellschaftshauses hatten einen ungewöhnlich hohen Besuch zu verzeichnen; das letztere ließ sogar fühlbaren Mangel an Platz empfinden. So nahmen denn Tausende an dieser trefflich arrangirten Jahresfeier Theil und lauschten den musikalischen Genüssen, die ihnen das Musikcorps des 107. Regiments unter Herrn Stabshoboist K. Giltsch und das Musikcorps des 179. Regiments unter Herrn Stabshoboist J. Kapitän, bald im Einzelspiel, bald vereint, unter abwechselnder Leitung ihrer Dirigenten, in einem ausgesucht gediegenen, wahrhaft klassischen Programm zu bieten wußten. Eine Folge von zweiundzwanzig musikalischen Nummern, zu denen alle Meister der Tonkunst ihre Namen gesetzt hatten, bildeten die Grundlage jener festlichen Stunden. Aeußerlich aber bot der Lenz seinen freundlichen Gruß und sein in Blumen gezeichnetes Willkommen. Die gartenkünstlerische Kraft des berufenen Fachmannes hatte das große Parterre vor dem Gesellschaftshause mit reizvollen Tulpenarrangements geschmückt und allerlei decorative Blüthenornamente dazwischen gezogen. Rings um das Bassin liefen breite, aus der feurig rothen Tulpe „Vermillon brillant“ gebildete Linien, während fächerartig ausgebreitete Rabatten die rosafarbenen Tulpen „Rose Gris de Lin“ aufgenommen hatten. Rings um das Quadrat leuchteten, die Grundfläche in breiten Streifen einrahmend, die citronenqelben Blüthen des „gelben Prinzen“, einer Tulpe von aparter Schönheit, auf, ebenso auf den Terrassen, wo weitere lange Tulpenreihen abwechselnd in rosa, roth und gelb und roth das Auge durch ihre herrlichen Farbeneffecte entzückten. Aber nicht allein die Tulpe spendete ihren Farbenglanz, auch andere Frühlingsboten mischten ihre Farben in das gärtnerische Gesammtbild; hier auf den großen runden Beeten im Parterre der von Myosotis eingerahmte blühende Zwergbuschlack, dort auf den Bankbeeten um das Parterre das gelbe Doronicum caucasicum, die einfache rothe und blaue Anemone von Caen, Aurikeln in reizendem Colorit, und andererseits wieder blaue Penseen in Fächern und Wappen, braune Penseen in schön geschwungenem Wappenband. Auch im Palmenhaus: fehlte es nicht an Blüthen exotischer Gewächse: interessante Orchideen, wie Cymbidium Lowi, Corlogyne Dayana, Cattleya intermedia und Lycaste aromatica hatten ihre Blumen erschlossen und daneben strahlten die Blüthen der azurblauen Tillandsia Lindeni vera, des rothen Harmanthus Kalbreyeri, des Paneratium ovatum und der Arisaema vingens. Zu alledem kam noch eine besondere Ueberraschung der Direction: mit eintretender Dunkelheit erstrahlte das Gesellschaftshaus in farbenleuchtendem Glanze elektrischer Illumination. Die Zinnen der vier Thürme, von rothen Glühlampen umgürtet, die Firstgrenzen in grünem Lichte martirt, die riesigen Fensterbogen von blaugelben Lichtern, den Farben Leipzigs, eingefaßt, so erhob sich der stattliche Bau des Gesellschaftshauses in farbigen Conturen aus dem Dunkel der Nacht, einen fesselnden und eigenartig-festlichen Anblick bietend. So wurde die Jahresfeier des Palmengartens für alle Erschienenen zu einer besonders genußreichen und unterhaltenden. — Ur. [2] 1902 Als am 29. April 1899 die große und moderne Anlage des Palmengartens ihre feierliche Eröffnung und damit ein längst gehegter Plan einsichtsvoller Männer, aus dem vordem an dieser Stelle Gewordenen einen Lieblingserholungsplatz für unsere Bürger mit den Mitteln einer vollendeten Gartenbaukunst zu schaffen, seine Erfüllung fand, wußte das damalige Oberhaupt unserer Stadt, Oberbürgermeister Dr. Georgi, darauf hinzuweisen, daß hier eine Stätte bereitet werde, wo Leipzigs Bürger nach des Tages Arbeit gern mit den Ihrigen Ruhe und Erholung suchen, wo die verschiedenen Kreise und Schichten der Gesellschaft einen gemeinsamen Mittelpunct finden können, der sie auch social näher führt. Daß diese Hoffnung sich erfülle, das hänge ja nun wesentlich von der Theilnahme unserer Bürger ab. Sie möchten das geschaffene Werk nicht als eine Gabe betrachten, die ihnen von einigen Bürgern gereicht werde, die sie heute genießen und morgen vergessen, nein, es solle ihnen ihr Werk sein, das sie mit geschaffen haben, für dessen Erhaltung sie mit einzutreten, an dessen immer schönerer Vollendung sie mitzuarbeiten haben, das ihnen aber dann alle Theilnahme gewiß auch reichlich lohnen werde. Was damals als Wunsch ausgesprochen worden, das hat sich in den drei Jahren des Bestehens des Palmengartens vollauf erfüllt: das … Weiterlesen

Aus der Presse – Pächter der Palmengarten-Gastwirtschaft

Quellen zu Paul Alwin Hensel – Erster Pächter der Gastwirtschaft – von April/ Mai 1898 bis September 1900. Wie wir zuverlässig erfahren, wurde Herrn Alwin Hensel, Inhaber eines größeren Restaurants in Dresden-Altstadt, das Palmengarten-Etablissement hierselbst pachtweise übertragen. Leipzig, 20. Februar 1898. [1] Ein Idyll aus Leipzigs Vergangenheit wird wiederkehren, sobald das mit dem Palmengarten verbundene vordere Restaurant (früher Kuhthurm-Restaurant) wieder eröffnet ist. Zwar ist noch Alles im Werden, allein ein Blick in die zahlreichen, zu traulichen Kneipzimmern ausgestatteten Räume des Parterre und der ersten Etage zeigt den erlesenen Geschmack, welcher hier maßgebend ist. Um den früheren Wirthschaftshof ziehen sich rings mächtige Veranden und uralte Baumriesen ragen mit den Wipfeln darüber. — Kurz, noch vor der Eröffnung des Palmengartens wird dem Publicum ein Erholungsplatz zugänglich gemacht werden, welcher rasch sich vollster Beliebtheit um so mehr erfreuen dürfte, als in Herrn Alwin Hensel ein Gastronom für dasselbe gewonnen wurde, welcher vollstes Verständniß für seine dort harrende Ausgabe besitzt. Tausenden von Leipzigern ist Herr Hensel bereits aus seiner Dresdner Thätigkeit, speciell in der „Alten Stadt“ der 1896er dortigen Ausstellung, bekannt und nicht unmöglich erscheint es, daß seinem emsigen Schaffen es gelingt, das vordere Palmengarten-Restaurant schon zum Pfingstfeste dem allgemeinen Besuchern zu öffnen. [2] Mit Bienenfleiß schaffen eine große Anzahl Arbeiter und Künstler, um das an der Frankfurter Straße gelegene vordere Palmengarten-Restaurant bis Pfingsten fertigzustellen, und ohne Zweifel wird es Herrn Hensel, dem Bewirthschafter des Etablissements, gelingen, Fertiges zu bieten, sobald er die Pforten des alten Kuhthurms den Gästen öffnet. Die inneren Räumlichkeiten, allerliebst ausgestattete trauliche Kneipzimmer, sind nahezu vollendet, ebenso die rings sich um die Gebäude ziehenden mächtigen Veranden und der Musikpavillon. Auch die westlich des Kuhthurmgebäudes befindlichen gärtnerischen Anlagen werden in den Restaurationsbetrieb einbezogen und viele Hunderte werden da lauschige Plätzchen finden, um sich inmitten prangender Natur zu erholen. Die Art und Weise der Einrichtung dieses vorderen Etablissements, das unabhängig vom Besuch des Palmengartens selbst auch nach dessen Eröffnung weiter bestehen wird, läßt angenehme Schlüsse zu auf das später unter Leitung des Herrn Hensel zu eröffnende Hauptrestaurant. [3] Neuangemeldete Mitglieder. 7 Neuanmeldungen: Nr. 5484 – 5490. Die Aufnahmen gelten als vollzogen, wenn innerhalb 14 Tagen, vom Tage der Veröffentlichung an gerechnet, begründeter schriftlicher Einspruch dagegen nicht erhoben wird. Bezirk Leipzig. 5490. Alwin Hensel, Gastwirt, Leipzig-Lindenau, „Palmengarten“. [4] Familiennachrichten. Geboren: Ein Knabe: […] Hrn. Alwin Hensel in Leipzig […] [5] […] Nur Eins soll noch erwähnt sein, und das ist der wirthschaftliche Betrieb, der in den bewährten und trefflichen Händen des Herrn Alwin Hensel ruht. Auch das ist ein wesentliches Moment zum Wohlbefinden der Besucher, die, in Kurzem nach vielen Tausenden zählend, erwarten, daß die Annehmlichkeiten eines Palmengartens in idealer Beziehung recht wohl mit dem praktischen Bedürfnisse des Lebens verbunden sein werden. Auch ihre Wünsche werden Gehör finden, dafür bürgt schon jetzt der umfangreiche trefflich organisirte Apparat […] [6] Wir haben schon in kurzen Zügen den Charakter und den Verlauf des am Sonnabend Abend im großen Saale des prächtigen Gesellschaftshauses abgehaltenen Festmahles berühren können. Es waren fröhliche Feststunden, die hier, getragen von einer wirklich aufrichtigen Freude über das Gelingen des schönen und gediegenen Werkes architektonischer und gärtnerischer Kunst, alle Kreise unserer Bevölkerung in einer halbtausendköpfigen Tafelrunde vereinten. Bei dieser Gelegenheit hatte der große wirthschaftliche Apparat des Leipziger Palmengartens zum ersten Male seine Feuerprobe zu bestehen; sie fiel zur vollen Zufriedenheit aus, was um so anerkennenswerther erschien, als die Neuheit des Betriebes an den zum Leiter des Restaurants und aller wirthschaftlichen Erquickungsstätten des Leipziger Palmengartens berufenen Herrn Alw. Hensel ganz besonders hohe Anforderungen stellte. Sein Debüt darf als ein glückliches bezeichnet werden einmal im Hinblick auf die gebotene Speisenwahl, dann auch in Bezug auf die ganz erlesenen Weine, mit deren Lieferung die ersten Häuser Leipzigs betraut worden waren […] [7] Hotel du Nord in Dresden. In diesen Tagen ist das weithin bekannte, sich besten Rufes erfreuende Hotel du Nord in Dresden in der Pragerstraße, Ecke der Moczinskystraße, in den Besitz des Herrn Alwin Hensel übergegangen. Es ist bekannt, in welcher Weise der Genannte vordem die Bewirthschaftung des Leipziger Palmengartens zu führen gewußt hat. Seine Wirksamkeit in diesem Sinne wird eine Gewähr für das Gedeihen seines neuen Unternehmens sein, dessen weitere Entwickelung nunmehr in neuen berufenen Händen ruht. Das Hotel du Nord zählt zu den beliebtesten Hotels Dresdens, seine Lage, seine Einrichtung und sein exacter Betrieb werden es unter dem neuen Besitzer in erhöhtem Maße zu einem bevorzugten Aufenthalt der reisenden Welt stempeln. [8] Vorgestern starb im Alter von 76 Jahren Herr Königl. Sächsischer Hofobertrompeter a. D. Friedrich August Mörtzsch. An demselben Tage starben hier Herr Rechnungsrat a. D. August Eduard Leibiger im 78. Lebensjahre und der Besitzer vom Hotel du Nord, Herr Alwin Hensel, im 40. Lebensjahre. [9] Zahlungseinstellungen. Konkurs wurde eröffnet über das Vermögen […] und über den Nachlaß des Hotelbesitzers Paul Alwin Hensel in Dresden. [10] Quellen zu Curt Hans Theodor Bieling – Zweiter Pächter der Gastwirtschaft – von Oktober 1900 bis Dezember 1901. Vom 1. October d. J. ab ist die Gastwirtschaft an Herrn Curt Bieling, Hotel-Director in Münster, anderweitig verpachtet worden. Herr Curt Bieling gilt als hervorragend tüchtiger Fachmann, der bereits in ähnlichen großen Etablissements, u. A. in der Flora zu Köln, im Palmengarten zu Frankfurt a. M. und im Kurhaus Wiesbaden an leitender Stelle thätig war. Die reichen Erfahrungen, die sich Herr Bieling in diesen Stellungen sammeln konnte, bieten die Gewähr, daß die Gastwirthschaft des Palmengartens von ihm in mustergiltiger, den vornehmen Einrichtungen des Unternehmens entsprechender Weise geführt werden wird. [11] Aus Blatt 11 012 des Handelsregisters ist heute die Firma Curt Bieling in Leipzig (Frankfurterstraße Nr. 35) und als deren Inhaber der Schänkwirth Herr Curt Hans Theodor Bieling daselbst eingetragen worden. Angegebener Geschäftszweig: Gastwirthschaftsbetrieb. Leipzig, den 22. Januar 1901. Königliches Amtsgericht, Abth. IIB. Müller. [12] Ueber das Vermögen des Gastwirths Curt Hans Theodor Bieling, Inhabers der Firma: Curt Bieling in Leipzig, Frankfurterstraße 35 (Gastwirthschaft des Leipziger Palmengartens) ist heute, am 28. November 1901, nachmittags ¾7 Uhr, das Konkursverfahren eröffnet worden. Verwalter: Herr Rechtsanwalt Dr. Wachtel hier. Wahltermin am 18. Dezember 1901, vormittags 11 Uhr. Anmeldefrist bis zum … Weiterlesen

Aus der Presse – Chronik der Schenkungen an den Palmengarten

1898 — Dem Leipziger Palmengarten sind in den letzten Wochen größere Schenkungen gemacht worden, indem Hr. Bankdirektor Exner ihm 17 Palmen, darunter seltene Exemplare von hohem Werte, und Hr. Kommerzienrat Sening ein geschmackvolles Gartenhaus aus Xylolith überwiesen haben. [1] Dem Leipziger Palmengarten ist vorgestern die erste größere Geldschenkung in Höhe von 6000 Mk. überwiesen worden. Als Gartendirektor ist Herr Hofgärtner Hermann Doebner in Wien berufen worden. [2] Dem Leipziger Palmengarten sind weitere 500 M. schenkungsweise überwiesen worden. [3] 1899 — Kunst und Natur haben in den letzten Tagen mächtig zusammengewirkt, um unseren jungen Palmengarten weiter auszubauen. So wurde in dem großen, zwischen dem Gesellschaftshause und dem Eingange an der Frankfurter Straße gelegenen Blumenparterre die farbenprächtige Sommerauspflanzung vollendet, die Terrassen, die Brücken und die Musikhalle erhielten reichen Blumenschmuck und an vielen Stellen der weitausgedehnten Anlagen kann sich das Auge an den geschmackvoll angeordneten exotischen Pflanzengruppen erfreuen. Das Palmenhaus erfuhr seit der Eröffnung wieder manche werthvolle Bereicherung durch von Gönnern des Gartens gemachte Schenkungen und seltene, in den eigenen Gewächshäusern gezogene Blattpflanzen. Als schönstes Geschenk des scheidenden Frühlings seien aber die jetzt in voller Blüthe stehenden Rosen erwähnt, welche in vielen Hunderten von Abarten in dem umfangreichen Rosengarten vertreten sind. Für die Unterhaltung der Besucher ist durch tägliche Concerte, ausgeführt von vorzüglichen hiesigen und auswärtigen Capellen, Sorge getragen. Um den Besuch des Palmengartens zu erleichtern, ist der Eintrittspreis für Sonnabend, den 24. Juni (Johannistag) ausnahmsweise auf 50 pf. Für Erwachsene und 25 pf. Für Kinder festgesetzt worden. [4] In den letzten Tagen ist unserm Palmengarten durch verschiedene Gönner desselben wieder eine größere Anzahl von Pflanzen schenkungsweise überwiesen worden, darunter eine gestern eingetroffene Sendung seltener Orchideen, welche der zur Zeit auf Reisen in Südamerika befindliche Bruder des Herrn Musikalienhändlers Paul Zschocher dem neuen großartigen Unternehmen seiner Vaterstadt zum Geschenk gemacht hat. Wenn die Pflanzen durch den weiten Transport auch zum Theil gelitten haben, so bedürften sie sich sorgfältiger Pflege noch ganz gut entwickeln und seiner Zeit die Besucher des Gartens erfreuen. [5] 1900 — In den letzten Tagen haben wieder mehrere Freunde und Gönner unseres Palmengartens dem schönen Unternehmen ihr Interesse durch Zuwendung reicher Schenkungen bewiesen. So sind von privater Seite, zur Verwendung von Gruppen im Freien bestimmt, je eine große Dracaena indivisa und Dracaena australis, ferner ein selten schöner und großer Chamaerops excelsa gestiftet worden. Ein bekannter hiesiger Kunst- und Handelsgärtner hat dem Palmengarten ein tadelloses Phoenicophorium Sechellarum als Geschenk überwiesen. Diese sehr seltene tropische Pflanze bildet jetzt einen besonderen Schmuck des herrlichen Palmenhauses. In letzterem sind zur Zeit auch eine Anzahl von Pflanzen zu sehen, die für unseren Haushalt eine gewisse Bedeutung haben. Wir sehen hier das graciöse Zuckerrohr (Saccharum officinarum), die Theestaude (Thea Bohea), die Vanille (Vanilla aromatica), den Pfeffer (piper nigrum), die zierliche Sagopalme (Cycas revoluta), den Ingwer (Zingiber officinale) und schließlich noch die Baumwolle (Gossypium herbaceum). Eine Collection von später blühenden Chrysanthemum, welche auf der kürzlich geschlossenen, mit außerordentlich großem Beifall aufgenommenen Chrysanthemum-Ausstellung naturgemäß nicht mehr zur Geltung kommen konnten, ist jetzt für wenige Tage gleichfalls im Palmenhause aufgestellt. [6] 1901 — Unserem Palmengarten sind in den letzten Tagen wieder mehrere werthvolle Schenkungen als Zeichen freundlichen Wohlwollens zugegangen. So überwies u.A. eine hochgeachtete Leipziger Dame dem Garten einen prachtvollen Chamaerops humilis, der im nächsten Frühjahre an geeigneter Stelle im Freien Aufstellung finden wird, während ein von einem in Merseburg lebenden Freunde des Leipziger Palmengartens geschenkter schöner Pandanus utilis dem herrlichen Palmenhause zum weiteren Schmucke gereichen soll. Im Blumenparterre sind jetzt farbensatte Gruppen reizender Astern ausgepflanzt als letzte Zierde der Teppichbeete vor Eintritt der kalten Jahreszeit. Vielseitiges Interesse erregen noch immer die originellen „Eierpflanzen“ (Solanum Melongena), und die granatrothen Früchte des gleichfalls in den Seitengruppen des großen Parterres ausgepflanzten „spanischen Pfeffers“ (Capsicum annum). [7] 1902 — Die Pflanzenschätze unseres sich herrlich entwickelnden Palmengartens haben in den letzten Tagen durch eine werthvolle Schenkung des Herrn Albert Wagner in Leipzig-Gohlis wieder eine recht erfreuliche Bereicherung erfahren. Herr Wagner, der Inhaber der durch den Import exotischer Pflanzen weltbekannt gewordenen Firma, überwies dem Palmengarten zwei prächtige, 14 m hohe Cocospalmen (Cocos Datil) und ein Paar in kräftigster Entwicklung befindliche Bambusa himalajensis. Die tadellosen Pflanzen sind im Palmenhause untergebracht worden. [8] 1903 — Daß sich auch außerhalb Leipzigs wohnende Pflanzenfreunde lebhaft für unseren schönen Palmengarten interessieren, beweist die ansehnliche und hochwillkommene Schenkung, die ihm in den letzten Tagen von Herrn Kommerzienrat Friedrich Benary, einem der Inhaber der weltbekannten Samenhandlung Ernst Benary in Erfurt, überwiesen worden ist. Dieser Herr pflegt gelegentlich seiner häufigen Anwesenheit in Leipzig stets auch unserem Palmengarten einen Besuch abzustatten und hat wiederholt seine Freude über diese gemeinnützige Schöpfung geäußert. Unter den jetzt schenkungsweise überlassenen zahlreichen Palmen und sonstigen tropischen Pflanzen befindet sich ein stattliches Exemplar der in europäischen Pflanzengärten nur sehr vereinzelt anzutreffenden Chamaerops stauracantha, ferner drei große Carludovica atrovirens, zwei Areca Baueri, ein Encephalartos willosus, eine Dracaena Lindeni, ein Pandanus utilis, zwei Corypha australis, ein Chamaerops elegans, eine Kentia Canterburiana, eine Roezlia regia, je ein Anthurium Laucheanum und A. Hookeri, eine Pavonia intermedia und die sehr seltenen eigenartigen Farnen Platycerium alcicorne und Pl. Willinki. Außerdem waren der reichen Sendung, zu deren Transport ein ganzer Eisenbahnwagen erforderlich war, noch eine Anzahl kleinerer, aber deshalb nicht minder wertvoller Pflanzen verschiedener Arten, darunter auch einige besonders interessante Orchideen, beigefügt. [9] Eine wertvolle Schenkung ist unserm Palmengarten wieder von einem auswärtigen Freunde und Gönner, Herrn Fabrikbesitzer Julius Forstmann in Verden a. d. Ruhr, zugegangen. Sie besteht aus mehreren direkt von Australien eingeführten starken Farrnstämme – Pallantium antarcticum –, von denen einige schon gute Entwicklung zeigen. Sonntag, den 25. Oktober, wird im Orangeriegebäude des Palmengartens die diesjährige Chrysanthemum-Ausstellung eröffnet. Diese interessante Schaustellung wird nicht weniger als 3000 Prachtblumen, darunter einige bemerkenswerte Neuheiten ausweisen. [10] Der Leipziger Palmengarten ist jetzt um eine in mehrfacher Hinsicht hervorragende Sehenswürdigkeit bereichert worden, indem die ihm vor kurzem von dem König Georg schenkungsweise überwiesene große Phoenix-Palme nach mühevoller Ueberführung vom Pillnitzer Schloßgarten im Palmenhause in der Nähe des Goldfischbassins Aufstellung gefunden hat. Die in ihrer äußeren Erscheinung hochinteressante Palme überragt mit ihren zwei hohen Hauptstämmen auch die stattlichsten übrigen … Weiterlesen

Aus der Presse – Laterne zu Ehren der deutsch-japanischen Freundschaft

Ein interessantes Geschenk ist dem Leipziger Palmengarten von unserem geschätzten Mitbürger August Sußmann zugegangen. Die Zuwendung besteht in einer 2 ½ m hohen, aus Savonnière-Kalkstein hergestellten japanischen Laterne, die in der Nähe des Rosengartens Aufstellung findet und von japanischen Zwerg-Ahornbäumen umgeben wird. Dieser plastische Schmuck soll eine Ehrung für den berühmten japanischen Admiral Togo darstellen und wird demgemäß mit einer japanischen Inschrift versehen, die in deutscher Uebersetzung wie folgt lautet: „Togo-Laterne“. In Verehrung und Liebe von Japanern und Freunden in Leipzig durch August Sußmann. — Solche Laternen bilden einen reizenden Schmuck in der japanischen Landschaft und werden dort aus Pietät für edle und im öffentlichen Leben verdienstvolle Männer errichtet. Die z. Zt. an der Leipziger Universität studierenden 11 Japaner, wohl sämtlich Abonnenten und ständige Besucher des Palmengartens, werden sich über dir ihrem großen Landsmann bewiesene Ehrung gewiß besonders freuen. Die Ausstellung der Laterne erfolgt im Laufe dieser Woche durch Steinmetzmeister G. Günther, hierselbst. Uebrigens hat Admiral Togo dem ihm befreundeten Herrn Sußmann versprochen, gelegentlich eines Besuches Englands auch nach Leipzig zu kommen. [1] Ein Weihnachtsgeschenk aus Japan ist dem Leipziger Palmengarten von dem Inhaber der Exportfirma L. Boehmer & Co., Alfred Unger, in Yokohama zugegangen. Es besteht aus einer größeren Anzahl japanischer Prachtlilien, die nach der Bestimmung des Schenkers an der Togolaterne im Frühjahr Aufstellung finden sollen. Die Veranlassung zu dieser, interessanten und wertvollen Schenkung hat die in die japanischen Blätter übergegangene Nachricht von der Aufstellung der Togolaterne im Leipziger Palmengarten gegeben. [2] Zur Erinnerung an die für die Japaner erfolgreiche Seeschlacht von Tsushima fand am 27. d. M. eine Feier statt, bestehend in einem Festmahl, welches Herr Kommerzienrat August Sußmann ausgerichtet hatte. — Unter den Eingeladenen waren die Herren Geheimer Regierungsrat Kaiserlicher Bankdirektor Kalaehne, Stadtrat Wagler, Stadtrat Cichorius, Professor Dr. Steindorff, Sanitätsrat Dr. Schwabe n.a.; von der japanischen Gesandtschaft in Berlin war Fregattenkapitän Yamajuchi anwesend, ferner Hauptmann Shodo und die übrigen Herren der hiesigen japanischen Kolonie. — Der Speisesaal des „Palmengartens“ war mit deutschen und japanischen Fahnen und mit Wimpeln aller Nationen festlich dekoriert. — Den Kaisertoast brachte Kommerzienrat Sußmann aus, während Herr Siedel, der Vorsitzende der Goethe-Gesellschaft, unseres geliebten Königs gedachte. Prof. Dr. Steindorffs Worte galten dem japanischen Roten Kreuz. Prof. Sawai aus Japan sprach, daß seine Landsleute mit allen Kulturnationen gern in Frieden leben möchten. In kultureller, sowie militärischer Hinsicht verdanke Japan den Deutschen sehr viel; sein Hoch galt daher dem deutschen Volke und dessen erhabenem Kaiser. — Hauptmann Shodo pries die deutsche Armee. Direktor Dr. Jahn und Redakteur Eichberger erzählten von den lieblichen japanischen Frauen. Referendar Peuckert sprach vom japanischen Handelsrecht. Die deutsche und die japanische Nationalhymne wurden von dem Willy Wolf-Orchester wirksam intoniert. Dann ging es hinaus in den stillen Park zur Togolaterne, deren mattrotes Licht aus dem Grün der Bäume schimmerte. Kommerzienrat Sußmann feierte hier den Admiral Togo als den Moltke Japans. „Friede, Freude und Freundschaft“, so klangen die herrlichen Worte aus; mögen sie immer Deutschland und Japan verbinden! [3] Im schattenreichen Park des Leipziger Palmengartens erhebt sich, aus hartem Stein gemeißelt, ein sinniges Monument, das von Herrn Kommerzienrat August Sußmann gestiftet, zum Symbol der deutsch-japanischen Freundschaft ausersehen und als japanische „Togo-Laterne“ die Erinnerung an ein gewaltiges welthistorisches Ereignis, die Seeschlacht von Tsushima, festzuhalten bestimmt worden ist. Dahinzogen gestern um die Mitternachtsstunde die hiesige japanische Kolonie und deren heimische Freunde, voran der Stifter des plastischen Werkes und mit ihm die Herren Major Maruno, Hauptmann Chodo und Professor Lakake. Es war ein feierlicher Moment, als hier im Schimmer bunter Lampions in schweigender Natur Osten und Westen bei Bansai und Hurra ihre Sympathien bekräftigten und ihre Sympathien austauschten. Vorher hatte ein Bankett Japaner und Deutsche im Weißen Saale des Palmengartens zu festlicher Begehung des 27. Mai in stattlicher Anzahl versammelt. Hier, wo aus den Blütenbüscheln des duftenden Flieders die rote Sonnenscheibe auf weißem Felde und die Farben des Deutschen Reichs hervorleuchteten, hielt Herr Kommerzienrat Aug. Sußmann eine feierliche Rede. Einen der historisch denkwürdigsten Tage in der Geschichte der Gegenwart bilde der Erinnerungstag der Seeschlacht am Tsushima. Vor vier Jahren seien die Blicke aller Völker auf das blutige Drama gelenkt worden, das sich abspielte, als der Riese Rußland mit dem kleinen Japan in blutiger Fehde lag, zwei Schlachtflotten sich kreuzten und die russische Armada fast vollständig vernichtet wurde. Ein glänzender, fast nie dagewesener Sieg sei daraus hervorgegangen und zu einem modernen Nelson sei Admiral Togo geworden. Und daraus ging ein Aufsteigen Japans zur Großmacht hervor, ein lebhafter Aufschwung seines kulturellen Lebens im Austausch materieller und geistiger Güter. Japan sei ein glücklicher Staat. Es habe einen energischen, tüchtigen Kaiser an seiner Spitze, der sich im fernen Osten als ein Hort des Friedens erweise und in dieser Beziehung den Glanz mit unserem edlen Kaiser teile. Japan und Deutschland durchleben eine gleich glorreiche Gegenwart. Wie dieses aus elender Zerrissenheit zur Einheit sich emporgeschwungen, so habe auch Japan das Glück empfunden, aus seiner Zerfahrenheit herauszukommen. Redner widmete den beiden erhabenen Herrschern, dem Kaiser von Japan und dem Kaiser von Deutschland, unter denen die Länder unter den Segnungen des Friedens gedeihen, ein freudiges dreifaches Hoch. Auch Herr Professor Dr. Georg Steindorff sprach an dem nationalen Festtag der Japaner. Hinüber und herüber gingen weiter die Reden. Man feierte die deutsche Gastfreundschaft und das gute Verhältnis zwischen Japanern und Deutschen, sang bald deutsch, bald japanisch und erfreute sich an auserlesenen musikalischen Darbietungen. Als dann das Musikkorps des 106. Regiments die kraftvollen schwermütigen Klänge der japanischen Nationalhymne „Kimigajo“ ertönen ließ, waren die Männer des fernen Ostens voll heller Freude. [4] Den Teilnehmern der Tsuschima-Feier, die Herr Kommerzienrat Sußmann am Sonnabend zur Erinnerung an den Seesieg der Japaner über die Russen bei Tsuschima (27. und 28. Mai 1905) im „Palmengarten“ veranstaltet hatte, wird der Augenblick unvergeßlich bleiben, als in der Mitternachtsstunde in den dunklen Schatten der Bäume, bei Fackelbeleuchtung der ehrwürdige Gastgeber an der von ihm zur Erinnerung an den Tag von Tsuschima gestifteten „Japanischen Laterne“ die anwesenden Japaner bat, ihre Nationalhymne zu singen. Feierlich klangen die Töne durch die Stille der Nacht, und brausend antworteten die Deutschen mit „Deutschland, Deutschland über alles“. Die eigentliche … Weiterlesen

Aus der Presse – Alle vier Jahreszeiten im Palmengarten

Wie aus dem in vorliegender Nummer enthaltenen Inserat ersichtlich ist, beginnt morgen, Montag, die Ausgabe der Dauerkarten des Leipziger Palmengartens für das Jahr 1901. Zum dritten Male seit Bestehen des Palmengartens ergeht damit die Einladung an die Einwohnerschaft unserer Stadt, diese im öffentlichen Interesse in‘s Leben gerufene schöne Schöpfung Leipziger Bürger durch Entnahme von Dauerkarten zu fördern und so dazu beizutragen, daß diese hervorragende Zierde Leipzigs, um die uns wohl manche Großstadt mit Recht beneidet, auch ferner auf der jetzigen Höhe erhalten und noch weiter ausgestaltet werden kann. Die bisherigen, in Anbetracht der Gediegenheit und Fülle des Gebotenen überaus mäßigen Preise der Dauerkarten sind auch für das Jahr 1901 beibehalten worden. Dabei ist noch die gewiß vielen Abonnenten willkommene Einrichtung getroffen worden, daß dieselben für ihren Besuch, den sie von auswärts erhalten, Monatskarten entnehmen können. Diese Karten, welche nur im Anschluß an eine Dauerkarte verabfolgt werden, sind vom Tage der Ausstellung ab 30 Tage giltig und kosten für eine Familie 10 Mark und für eine einzelne Person 5 Mark. Daß es die Leitung des Palmengartens auch im neuen Jahre an nichts fehlen lassen wird, um auf gärtnerischem Gebiete das denkbar Beste zu bieten, braucht nach den bisherigen Erfahrungen kaum besonders hervorgehoben zu werden. Wir erinnern nur an die entzückenden Arrangements im großen Blumenparterre, welche fast alle Monate wechseln und an die in den letzten Wochen veranstaltete, mit so großem Beifall aufgenommene Chrysanthemum-Ausstellung. Aber auch nach allen anderen Richtungen hin ist, wie hinlänglich bekannt, die Direktion stets eifrig bemüht, den Aufenthalt im Palmengarten so angenehm als möglich zu gestalten. So sei beispielsweise nur angeführt, daß im Jahre 1900 an 286 Concerttagen nicht weniger als 477 Musikaufführungen, darunter 10 Symphonie- und 5 Unterhaltungs-Concerte des Winderstein-Orchesters im Palmengarten stattgefunden haben. Zur Ausführung der Concerte werden, um den Wünschen der Besucher nach Abwechselung Rechnung zu tragen, wie in diesem Jahre neben vorzüglichen hiesigen und sächsischen Civil- und Militärcapellen, auch in Zukunft wieder eine Anzahl auswärtiger Musikcorps von hervorragendem Rufe herangezogen werden. Nicht unerwähnt möchten wir auch die im letzten Spätsommer zum ersten Male veranstalteten glanzvollen Illuminationen lassen, die in Folge des außerordentlichen Beifalles, den sie gefunden haben, in Zukunft öfter und sogar in noch größerem Umfange wiederholt werden dürften. Wie wir erfahren, sollen auch, um vielfach geäußerten Wünschen gerecht zu werden, im Frühjahre an den beiden Cassenstellen Einrichtungen zum Einstellen von Rädern und Sportwagen geschaffen werden. Es empfiehlt sich deshalb die Entnahme einer Dauerkarte des Palmengartens nicht nur vom localpatriotischen, sondern auch vom rein praktischen Standpuncte aus für Jeden, der Sinn für das Edle und Schöne besitzt und sich und seinen Angehörigen für ein geringes Entgelt Anregung, Erholung und gediegene Unterhaltung verschaffen will. Die Dauerkarten für das Jahr 1901 haben bereits für den December dieses Jahres Giltigkeit, eine Einrichtung, welche gewiß bei Denjenigen, die bisher noch nicht abonnirt waren, großen Anklang finden wird. [1] Die schöne Sitte, seinen Angehörigen und Freunden eine Dauerkarte des Palmengartens auf den Weihnachtstisch zu legen, findet von Jahr zu Jahr weitere Verbreitung. Man kann sich auch kaum ein sinnigeres Geschenk für Jung und Alt denken, als eine solche Karte, die den Inhaber während eines vollen Jahres zum Besuche unseres Palmengartens und der zahlreichen Veranstaltungen, die in demselben stattfinden, berechtigt. Welcher bisherige Abonnent des Palmengartens dächte nicht mit Freuden an die stets wechselnden, entzückenden Blumen-Arrangements, und an die reichen Pflanzenschätze des imposanten Palmenhauses, wer erinnerte sich nicht gerne der reizvollen Illuminationen der weit ausgedehnten Parkanlagen, des angenehmen Aufenthaltes in den vornehmen Räumen des Gesellschaftshauses, auf den blumengeschmückten Terrassen und in dem schattigen Restaurationsgarten und wer hätte sich nicht über die zahlreichen guten Concerte gefreut, die theils im Concertparke, theils in dem großen Festsaale veranstaltet worden sind. Daß es dabei an Abwechslung nicht qefehlt hat, ist aus Nachstehendem ersichtlich. Die 477 im Jahre 1900 im Palmengarten abgehaltenen Musikaufführungen, welche sich auf 230 Nachmittags-, 245 Abend- und 2 Morgen-Concerte vertheilen, sind von nicht weniger als 29 verschiedenen Capellen ausgeführt worden. Darunter befanden sich 5 Leipziger Militär- und, außer dem Winderstein-Orchester, 3 Leipziger Civilcapellen, 5 Militärcapellen aus anderen sächsischen Garnisonen, 3 preußische Militärcapellen, 1 Berliner Civilcapelle (von Blon), 1 kaiserlich deutsche Marinecapelle, 2 Militärcapellen aus thüringischen Staaten, 1 aus Mecklenburg, 1 aus Schweden. Italien war mit 2 Stadt-Capellen und Amerika mit der sensationellen Sousa-Capelle vertreten. [2] [1] Leipziger Palmengarten, in: SLUB Dresden. Leipziger Tageblatt und Anzeiger vom 25. November 1900. Sonntagausgabe, S. 9242. [2] Vom Leipziger Palmengarten, in: SLUB Dresden. Leipziger Tageblatt und Anzeiger vom 9. Dezember 1900. Sonntagausgabe, S. 9653.

Aus der Presse – Erste große Illumination im Garten

Unsere Bewohnerschaft erinnert sich gern der Tage der Sächsisch-Thüringischen Industrie- und Gewerbe-Ausstellung und der mit dieser verknüpft gewesenen mannigfachen Unterhaltungen, zu denen in erster Linie die wohlgelungenen prächtigen Illuminationen der Anlagen zu zählen waren. Nicht zum wenigsten mag diese eindrucksvolle Erinnerung an jene Eliteabende gestern Anlaß zu dem gewaltigen Besuch gegeben haben, dessen sich der Leipziger Palmengarten zu der von ihm veranstalteten ersten großen Illumination erfreute. Wir entsinnen uns nicht, zu einem der Abendconcerte im Garten jemals einen so riesigen Andrang gesehen zu haben, wie es gestern der Fall gewesen, wo durch beide Thore des Palmengartens, sowohl von der Plagwitzer als auch von der Lindenauer Seite unaufhörlich dichte Schaaren von Concertbesuchern strömten und nun alle Wege und Plätze ringsum das große Gesellschaftsgebäude füllten. Wohl war der Abend kühl, aber zum Promeniren willkommen, dazu kam ein sternenklarer Himmel, so daß die Illumination, begünstigt von solchen Factoren, sich in ihrer ganzen effectvollen Schönheit zu entfalten vermochte. Wohin das Auge blickte, überall sah es das reizende, bunte Lichterspiel der Prismenlämpchen, die in symmetrischer Anordnung den weiten Plan mit ihrem Schimmer erfüllten; das geometrische Schnörkelwerk des weiten Parterre der Teppichbeetanlagen war in blaßgrünen und tiefrothen Farben leuchtend nachgezeichnet worden, und am Saume der Terrasse vor dem Hauptgebäude zogen sich ringsum lange Lichterlinien, während auf den Pergolen des letzteren die bunten Lampen gleich Perlenreihen erglänzten und rothverkappte Bogenlampen auf den hohen Masten am Wege magisch leuchteten. Weithin, bis zum Ritterwerder, waren die von Tausenden belebten Promenadenwege von Leuchtlämpchen aller möglichen Farbenvariationen eingefaßt, auch der vielfach geschwungene Uferrand des großen Weihers, dessen lichtglitzernder Saum sich im stillen Wasser wirkungsvoll widerspiegelte. Dort rauschte dann die viel bewunderte Leuchtfontaine empor, bald stahlblaue Strahlen zum Himmel sendend, bald in tieforangefarbenen oder silberweißen, grünen, rothen, gelben Wassern sprühend. Wer am Wasserfall stand und bis zum Gartenhaus am Westrand mit seiner lichterbesetzten Front hinüberschaute, der nahm ein entzückendes Bild der gesammten lichtschimmernden Anlagen auf, der erfreute sich an dem geschickten Arrangement des mit rund 20 000 Lampen ausgerüsteten Illuminationswerkes, einem Arrangement, das alle Hauptpartien des Gartens mit bunten Effecten bedachte. Im Orchester, um das sich ein großer Lichtbogen wölbte, spielte das Musikcorps des 134. Regiments unter Meister Jahrow‘s Leitung mit unverwüstlicher Frische. Ihm lauschten Abertausende. Schätzte man doch an diesem Illuminationsabend die Zahl der in Garten und Saal weilenden Besucher auf rund 12 000. Wie wir erfahren, ist die gesammte Installation der Illumination von der hiesigen Firma Eißner & Co., Radeberger Glasniederlagen am Roßplatz, vorgenommen worden. — in. Leipziger Palmengarten, in: SLUB Dresden. Leipziger Tageblatt und Anzeiger vom 29. August 1900, Abendausgabe. Beilage, S. 6847.

Ein Blick in die Literatur – Der Palmengarten zu Leipzig

Im Westen der alten Lindenstadt Leipzig, dicht vor den Stadtteilen Lindenau und Plagwitz, ist auf dem früheren Kuhturmgrundstück und dem angrenzenden Waldgebiet am 29. April d. J. der Leipziger Palmengarten eröffnet worden. Wenn wir durch den südlichen der beiden Zugänge, von der Plagwitzer Straße her, in die rund 200 000 qm umfassende Anlage eintreten, befinden wir uns in schattigem Waldparke, aus dem wir auf einer Brücke über die Elster in den eigentlichen Palmengarten gelangen. Links führt der Weg auf einen Hügel hinauf, von dem wir einen überraschend schönen Anblick genießen. Unter weiser Ausnutzung der zu Gebote stehenden Mittel hat die Kunst des Gärtners ein Landschaftsbild hervorgezaubert, das mit allen Reizen der Natur ausgestattet ist. Vor uns dehnt sich ein blinkender Weiher, über dessen schmale Ausläufer sich zierliche Brücken spannen und der von weiten samtenen Rasenplänen umrahmt ist, die mit buntem Gehölz und formschönen Koniferengruppen umsäumt sind. Hier und dort schiebt sich ein malerischer Pavillon dazwischen, und aus dem Hintergrund grüßt das hohe Gesellschafts- und Palmenhaus wie ein Schloß zu uns herüber. Von dem Hügel, dessen Inneres eine Felsgrotte bildet, rauscht ein Wasserfall in den Weiher hinunter. Grotte und Wasserfall erglänzen bei Einbruch der Dunkelheit in elektrischem bunten Lichte. Ein anziehendes Schauspiel bietet die Leuchtfontäne dar, die aus der Mitte des Weihers ihre mächtigen Wassergarben emporschleudert, deren wechselvolles Spiel am Abend in märchenhafter Farbenpracht elektrisch erstrahlt. Im Sommer werden sich Gondeln mit fröhlichen Menschen auf dem Wasserspiegel schaukeln und im Winter, wenn „vom jungen Froste die Bahn ertönt“, werden der Jugend rotwangige Scharen auf sausendem Stahlschuh über die blanke Eisfläche dahingleiten. Promenadenwege führen, wenn wir uns rechts halten, nach dem Rosengarten, in dem die Königin der Blumen in allen möglichen Spielarten durch Farbenpracht und Duft Sinne und Herz erfreuen wird. Wir gelangen an einem Turn- und Spielplatze für die Jugend vorüber zu den Frühbeetanlagen und Gewächshäusern für Palmen- und Warmhauspflanzen sowie zur Vermehrung und Anzucht von Teppichbeet- und Gruppenpflanzen. In eine dieser stillen Werkstätten des Gärtners schauen wir beim Vorüberschreiten hinein. Da drinnen geht es ziemlich bunt zu. Tausenden farbiger Pflänzchen wird hier im warmen feuchten Sande auf die Wurzeln geholfen. Es ist das Atelier, in dem der Gartenkünstler seine Farben mischt, mit denen er die herrlichsten Teppichgemälde ausführt. Doch nun wieder weiter! Indem wir Verwaltungs- und Restaurationsgebäude rechts liegen lassen, gelangen wir durch den Konzertpark hinüber zum Glanzpunkt der ganzen Anlage, dem von breiten Terrassen umgebenen und mit vier Türmen geschmückten Gesellschafts- und Palmenhaus. Wenn wir es von Osten, Norden oder Westen betreten, gelangen wir in kleinere geschmackvoll dekorierte Säle für Restaurations- und Gesellschaftszwecke, deren Ausgänge nach innen zum großen Konzertsaal führen. Dieser wird durch drei mächtige mit Glasmalereien versehene Bogenfenster erhellt, unter denen breite Galerien hinlaufen. Die Wände ziert reicher plastischer und malerischer Schmuck, welcher die Tages- und Jahreszeiten versinnbildlicht, und von der bronzefarbenen Decke hängen vier mächtige Kronleuchter herab. Im Süden grenzt an den Saal das Palmenhaus an, das auf einer Fläche von 1276 qm aus Eisen und Glas erbaut ist und in der Höhe 22 m mißt. Beide sind nur durch eine Glaswand voneinander getrennt, durch welche man diese Wunderschöpfung betrachten kann. Wir treten durch eine der seitlichen Pforten, die uns hineinführt in die mit Ueppigkeit emporschießende südliche Pflanzenwelt. Ein heilig ernstes Gefühl überkommt uns, und mit Bewunderung schauen wir zu den „Königinnen des tropischen Urwaldes“ auf. Die Fächerpalmen – Chamaerops, Latania, Corypha u. a. – breiten ihre mächtigen Wedel wie ein undurchdringliches tiefgrünes Schutzdach über uns aus und erinnern daran, daß aus der Aehnlichkeit ihrer Blätter mit der flachen menschlichen Hand (palma) der Name für die gesamte Pflanzenfamilie hergeleitet ist. Die Gattung Rhapis, eine Bewohnerin Ostasiens, bildet mit ihren rohrähnlichen Stengeln undurchsichtige Dickichte, und die schlanke Kokospalme, „deren nützliche Anwendungen zahlreicher sein sollen als die Tage im Jahre“, strebt kerzengerade zur Höhe empor. Mitten am Stamme einer Areca sind soeben die zwei kahnförmigen Hüllblätter aufgesprungen und der dicht mit lila rötlichen Blüten besetzte vielverzweigte Kolben ist zum Vorschein gekommen. Leichtblättrige Bambusse und baumartige Farren mischen sich unter die hohe Gesellschaft, die dadurch nicht an Ansehen verliert. Der sanft geneigte Boden ist mit Lycopodium dicht bepflanzt, und von diesem leuchtend grünen Moosteppich heben sich unter Gruppen schöner Blattpflanzen verschiedene Musa-Arten wirkungsvoll ab. Eine Quelle plätschert von Stein zu Stein, und aus einem Bassin, auf dem allerlei Wasserpflanzen schwimmen, steigt ein Springbrunnen lustig empor. Von einer malerisch dekorierten Felsgrotte an der südlichen Wand, durch die eine Thür ins Freie führt, grüßt die Sagopalme (Cycas) herab, aus deren gedrungenem schuppigen Stamm sich eine dichte Krone erhebt. Einen großartigen Anblick gewährt die majestätische Dattelpalme, Phoenix genannt, die allen feindlichen Einflüssen zum Trotz sich stets von neuem verjüngt. Sie genoß schon frühzeitig bei den Arabern göttliche Verehrung. Ihre gefiederten Blätter sollen Jesus Christus bei seinem Einzug in Jerusalem zum Zeichen der Huldigung auf den Weg gestreut worden sein, und heute noch werden sie in südlichen Ländern am Palmsonntag in diesem Sinne zu religiösen Feierlichkeiten gebraucht. Dort fällt auch eine Sabal durch ihre großen mattglänzenden fächerförmigen Blätter auf, hier die im Lande der Antipoden heimische gefiederte Kentia durch eleganten Wuchs, und noch viele andere herrliche Gewächse der heißen Zone entzücken das Auge durch ihre Schönheit und Eigenart. Wir haben uns so in den Anblick dieser prachtvollen Naturgebilde vertieft, daß wir uns nur schwer von demselben losreißen. Und so wird es auch anderen Besuchern ergehen und damit die hohe Aufgabe der schönen Schöpfung erfüllt werden: des Menschen Liebe zur Natur zu stärken, seinen Sinn für das Erhabene, Schöne empfänglicher zu machen, sein Wissen zu bereichern und ihm Erholung an Leib und Seele zu verschaffen! Von Max Hartung Der Palmengarten zu Leipzig, in: Die Gartenlaube 1899. Leipzig. Heft 11, S. 340 ff.

Aus der Presse – Ernst Kiesling zur Malerei im Gesellschaftshaus

Die prächtige und vornehme Wirkung, welche das Innere des Gesellschaftshauses des Palmengartens auf den Beschauer ausübt, entspringt nicht allein den großangelegten Verhältnissen der Architektur, der glücklichen Gruppirung der Räume, sondern nicht zum Wenigsten der von unserem heimischen Dekorationsmaler Richard Hesse ausgeführten malerischen Ausschmückung. Mit dieser Arbeit bietet Hesse nicht blos eine sehr beachtenswerthe Leistung moderner Raumausstattung, sondern er hat damit zu gleicher Zeit das malerisch am schönsten ausgeschmückte hiesige öffentliche Etablissement geschaffen. Wir betreten das an der westlichen Seite des Gebäudes gelegene Vestibül, einen nach den inneren Localitäten zu abgerundeten Raum, mit einer nach beiden Seiten ausladenden Freitreppe, deren Podeste, sowie die unteren Wandtheile in dunkelgrünem Stückmarmor gehalten sind. Auf diesen kräftig getönten Unterbau erheben sich die übrigen licht gehaltenen Wandtheile und darüber breitet sich der klare unverzierte Deckenspiegel aus. An den Wänden wächst ein Heckenmotiv mit seinen feinen Verästelungen, saftig grünen Blättern und violetten Blüthen hinauf. Die in Glasimitation ausgeführten Fenster weisen Fruchtgehänge auf. Bei der Grundstimmung der verschiedenen Räume fällt der Wechsel der Töne angenehm ins Auge. So ist der dem in kalten Tönen gehaltenen Vestibül folgende Entrée-Saal vorwiegend in warmen, goldigen Farben gestimmt, wobei sich ab und zu an den aufsteigenden Wandfriesen ein stumpfes Bronzeviolett Geltung schafft. Die Wände zeigen stilisirte Baummotive mit Vögeln, während die von einem Oberlicht eingenommene Decke wie ein Velarium gestaltet ist, über welches stilisirte Luftlinien hinlaufen, zwischen denen Vögel schweben. Der große Festsaal ist naturgemäß am reichsten geschmückt. Die unten herumlaufende Wandverkleidung ist mit kräftig-rothem, palisanderfarbigem Linkrusta bedeckt, über das auf ockerfarbigem Wandton ein goldbronzenes, engverbundenes Flechtwerk hinläuft und sich zu der, die Emporen mit der Wandfläche verbindenden Route erhebt. Die in warmen goldigen Umbratönen gehaltenen Galerien bilden gleichsam einen Abschluß für die nun in lebhafteren Farben auftretenden Wandmalereien. Zwischen goldenen Pilastern spannen sich kräftiggrüne Malachitfriese ein, die in ihren unteren Theilen vergoldete figürliche Medaillons tragen. Die den größten Raum der Wandflächen einnehmenden mächtigen Bogenfenster lassen große Zwickel entstehen, auf welchen coloristisch feingestimmte malerische Darstellungen angebracht sind, welche die Tages- und Jahreszeiten versinnbildlichen; sie zeigen im Verein: Morgen und Frühling, Mittag und Sommer, Abend und Herbst und Nacht und Winter. Zu den von Schell in Offenbach ausgeführten farbigen Glasfenstern hat Hesse gleichfalls die Cartons geliefert, die über eine in reichem Blumenschmuck prangende Landschaft sich ausbreitende Früchte tragende Bäume aufweisen. Die breiten, über die Fenster sich ausspannenden Bögen sind mit mehrfarbigen Mosaikfriesen geziert. Die reichcassetirte Decke ist in tiefem, antikem Bronzeton gehalten, wobei einzelne Glieder mitunter durch eingelegte farbige Mosaiken verziert sind. Die Ruhe des Tons der Decke stimmt äußerst wohlthuend zu den auf den Wandflächen angestimmten kräftigeren Farben. Die große, das Palmenhaus abschließende Spiegelglaswand ist in ihrem oberen Theile mit den Pflanzenmotiven der Distel und des Löwenzahns verziert. In scharfem Contrast zu diesem Raume steht der ganz licht, in Weiß, Blau und Silber gehaltene Speisesaal mit seiner Hellen Cassettendecke, über deren Felder schwungvolle Linienzüge laufen, während aus den Ecken ein Eschenmotiv hervorwächst und die Wände zartgetönte Friese tragen. In dem Restaurationsraume klingen noch einmal kräftigere Farbenaccorde an. Ueber der mattgrünen Linkrusta-Lamperie erheben sich stilisirte, zusammengeraffte, mit einem Muster versehene Vitragen, die einen Blick in eine Landschaft eröffnen. Zu dem in den Verhängen vorherrschenden Blau, dem Grün der Landschaft, stimmen die in sattem Roth durchgeführten Architekturtheile ganz vortrefflich. Ueber die im japanischen Charakter gehaltene Decke ziehen sich Wolken und fliegende Vögel. Die einfacher ausgeschmückten Corridore und Treppenaufgänge zeigen über einer in bräunlichem Tone gehaltene Lamperie farbige Pflanzenmuster von Kiefern, Melonen, Palmen u. s. w. Eigenartig und wirksam ist das im Garten befindliche Orchester in seinem Innern ausgestaltet. Von einer in der Mitte sichtbaren Lyra schweben die drei Grazien, die Schnüre in den Händen halten, die mit den ganz oben angebrachten schwingenden Glocken in Verbindung stehen. Unterhalb der Lyra breiten sich nach vorn zu durch Linien charakteristische Schallwellen aus. In der Mitte der kuppelartigen Wandfläche ziehen sich Notenlinien hin, die durch senkrecht durchschneidende, aus Schellen gebildete Friese unterbrochen werden. Die so entstandenen Theile tragen Hauptmotive der „Messe“ von Bach, der 5. Symphonie von Beethoven, dem Liede „Der Lindenbaum“ von Schubert und der Oper „Rheingold“ von Wagner. Von Ernst Kiesling. Die malerische Ausschmückung des Gesellschaftshauses im Palmengarten, in: SLUB Dresden. Leipziger Tageblatt und Anzeiger vom 21. Mai 1899, S. 4022.

Aus der Presse – Die Eröffnungsfeier des Palmengartens

Wohl an fünfhundert Gedecke zählte die glänzende Festtafel, welche heute Abend aus Anlaß der feierlichen Eröffnung des Leipziger Palmengartens im großen Saale des Gesellschaftshauses unter Theilnahme der ersten Kreise unserer Stadt veranstaltet worden war. Zum ersten Male erstrahlte der Festsaal im entzückenden Schimmer der großen elektrischen Kronen und der blendenden Lichter der Bronzearme an den Wänden; dabei trug der Lenz seine herrlichsten Blüthen in leuchtenden Tafelarrangements von Narcissen, Azaleen, Eriken, Schneeball und Flieder in die hohe prunkvolle Halle. Rauschende Musik, von der Capelle des 107. Regiments unter Leitung des königl. Musikdirektors Herrn C. Walther ausgeführt, und mit Gablers Leipziger Palmengarten-Marsch „Unter Palmen“ begonnen, belebte das festliche Mahl, nach dessen erstem Gang Herr Oberbürgermeister Dr. Georgi zuerst der hohen Fürsten gedachte, in deren Händen der Frieden ruht, unseres erhabenen Kaisers und unseres geliebten Königs Albert. Seine Worte fanden begeisterten Widerhall in der festlichen Versammlung. Hochgeehrte Festversammlung! Die Palme ist das Symbol des Friedens, und so steht unser Garten im Zeichen des Friedens, er ist aber auch ein Werk des Friedens, denn wie hätten wir schaffen können, wenn nicht die Arbeit des Friedens uns dazu die Mittel gegeben, wenn nicht der Friede uns die fleißigen Hände dazu gelassen hätte, und er ist endlich ein Werk für den Frieden, für die ruhige Erholung nach friedlicher Thätigkeit, für die Annäherung und Befreundung weiter Kreise unserer Bevölkerung. Wie sollten wir da, bei der Eröffnung unseres Werkes nicht zuerst der hohen Fürsten gedenken, in deren Händen der Friede unseres Volkes ruht, die ihn mit ihrem mächtigen Schutze bewahren. Das Sinnen unseres erhabenen Kaisers ist trotz der ungeheueren Macht, die in seine jugendlichen Hände gegeben worden, allezeit darauf gerichtet gewesen, unserem Volke den Frieden zu erhalten, zwar seine Wehr zu Land und See zu stärken, ihm Macht und Einfluß auch in fremden Welttheilen, auch unter Palmen zu erwerben und zu sichern, aber doch immer nur, um unserer friedlichen Arbeit neue Wege zu bahnen, alte zu erhalten. Unser geliebter König, er hat mit seinem nun nahezu 26 jährigen weisen Regimente über unser Land und mit ihm über unsere Stadt die Segnungen des Friedens ausgebreitet, und unser Land erkennt es mit dankbarstem Herzen, was Seine väterliche Fürsorge für die Hebung des Wohlstandes, das Wohlbefinden für alle Kreise gethan hat. Darum lassen Sie denn das erste Wort auch bei dieser festlichen Versammlung ein Wort innigsten aufrichtigsten Dankes für unsern Kaiser, unsern König sein. Lassen Sie uns in den begeisterten Ruf einstimmen: Hoch lebe unser geliebter deutscher Kaiser, König Wilhelm II. von Preußen, hoch lebe unser geliebter König Albert! Brausender Hochruf schloß sich an. Eine Reihe weiterer Trinksprüche folgte. [1] Leipzig, 29. April 1899 – m. Wir haben schon in kurzen Zügen den Charakter und den Verlauf des am Sonnabend Abend im großen Saale des prächtigen Gesellschaftshauses abgehaltenen Festmahles berühren können. Es waren fröhliche Feststunden, die hier, getragen von einer wirklich aufrichtigen Freude über das Gelingen des schönen und gediegenen Werkes architektonischer und gärtnerischer Kunst, alle Kreise unserer Bevölkerung in einer halbtausendköpfigen Tafelrunde vereinten. Bei dieser Gelegenheit hatte der große wirthschaftliche Apparat des Leipziger Palmengartens zum ersten Male seine Feuerprobe zu bestehen; sie fiel zur vollen Zufriedenheit aus, was um so anerkennenswerther erschien, als die Neuheit des Betriebes an den zum Leiter des Restaurants und aller wirthschaftlichen Erquickungsstätten des Leipziger Palmengartens berufenen Herrn Alw. Hensel ganz besonders hohe Anforderungen stellte. Sein Debüt darf als ein glückliches bezeichnet werden einmal im Hinblick auf die gebotene Speisenwahl, dann auch in Bezug auf die ganz erlesenen Weine, mit deren Lieferung die ersten Häuser Leipzigs betraut worden waren. Es war ein herrlicher Anblick, als bei dem strahlenden Licht der elektrischen Kronen der reich ornamentirte Prachtsaal erglänzte, als auf den breiten Galerien hunderte von Zuschauern sich drängten, um Zeuge der fröhlichen Einweihungsfeier zu sein, als rauschende Musik der Capelle des 107. Regiments ertönte und inmitten all dieser frohen Bewegung Gruß und Dank in begeisterten Worten ausgetauscht wurde. Das erste Hoch bei Tafel brachte, wie bereits berichtet, Herr Oberbürgermeister Dr. Georgi auf Kaiser Wilhelm II. und König Albert aus. Ihm folgte der Vorsitzende des Aufsichtsrathes der Actiengesellschaft Leipziger Palmengarten Herr Geh. Commerzienrath Gruner mit einem Trinkspruch auf die Stadt Leipzig, in deren Namen Herr Bürgermeister Justizrath Dr. Tröndlin mit einem Hoch auf den Leipziger Palmengarten und auf das Gedeihen dieses Unternehmens erwiderte. Wenn eine Stadt, so sprach es Herr Geh. Commerzienrath Gruner aus, begünstigt durch ihre geographische Lage, durch politische Verhältnisse anderen Orten gegenüber den großen Vortheil genießt, sich rascher und kräftiger, namentlich in materieller Hinsicht entwickeln zu können, so liegt in Zeiten der Noth, in Zeiten kriegerischer Verwickelungen doch auch in diesem glücklichen Umstande die Gefahr, ihre mit mühevollem Fleiß und durch die Intelligenz ihrer Einwohnerschaft gesammelten Kräfte um so rücksichtsloser in Anspruch genommen zu sehen. Diese Logik der historischen Thatsache hat sich wohl in keiner Stadt schlagender bewahrheitet, als in unserem Leipzig. Es ist hier nur unter Anderem an die wechsel- und verhängnißvollen Schicksale zu erinnern, die über unser Leipzig während des 30jährigen und des 7jährigen Krieges und unter der Napoleonischen Zwangsherrschaft hereingebrochen sind, um die enormen Leistungen zu bewerthen, die mit eiserner Hand unserer Stadt aufgebürdet wurden. Und wie hat Leipzig alle diese Drangsale der Zeiten überwunden! Dank seiner thatkräftigen, hellblickenden Bürgerschaft, die den ihr durch das verliehene hochwichtige Meßprivilegium gesicherten Vortheil in richtiger Erkenntniß immer neu zu verwerthen wußte, ist so zu sagen aus den Trümmern ihres früheren Wohlstandes immer wieder ein neues verjüngtes Leipzig entstanden. Aber auch ideale Güter sind hierbei nicht vernachlässigt worden, denn Hand in Hand mit Handel und Industrie entfalteten sich Kunst und Wissenschaft, genährt und gepflegt durch unsere Universität auf Leipzigs Boden zu hervorragender Blüthe. Diese historischen Thatsachen haben in uns von jeher den festen Glauben Wurzel fassen lassen, daß in Leipzig eine unverwüstliche Lebenskraft wohnt, die ihm eine hoffnungsvolle Zukunft für alle Zeiten sichert. Dieser Glaube ist aber in uns zur Ueberzeugung geworden, in Hinblick auf die bewunderungswürdige Entwickelung unserer Stadt, die sich in den letzten zwanzig bis dreißig Jahren vor unseren Augen, unterstützt durch die segensreiche Thätigkeit von Männern wie Koch, Cichorius, Stephani, Georgi, Tröndlin, … Weiterlesen

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