Ein Blick in die Literatur – Sommer-Gärten zu (Ur-) Großvaters Zeiten

Leipzig vor siebzig Jahren mit etwa 40 000 Einwohnern und das heutige Leipzig mit einer Bevölkerung von mehr als dreimalhunderttausend Menschen – welche Gegensätze! Und doch war das damalige Leipzig nicht minder berühmt als das heutige. Seine Lage und seine geschichtliche Bedeutung, sein Handel und seine Universität, seine feingebildeten, aber thatkräftigen Bürger und seine schönen Frauen hatten ihm einen Ruf verliehen, der weit über Deutschlands Grenzen hinausging. Als eine besondere Zierde dieses alten Leipzigs aber galten die vielen schönen Gärten, die ihm mit Recht den Namen einer Gartenstadt eintrugen und auf welche die reichen Handelsherren mit hoher Befriedigung blickten. Einer derselben, der Bosesche (später Reimersche) Garten – die jetzige Königsstraße ist darauf erwachsen – begeisterte sogar einen Dichter zu den Versen: „Mein Liebchen ist wie Bosens Garten,Ein auserles’nes Blumenfeld,Das hier und da viel tausend ArtenVollkommner Schönheit in sich hält,Ein Auszug vieler Seltenheiten,Ein Meisterstück von Artigkeiten –“ Das Kriegsjahr 1813 hatte nur vorübergehend die Pracht dieser Gärten schädigen können. Reichenbachs (später Gerhards) Garten, Löhrs (später Keils) Garten, Breiters Wintergarten ec. gewannen wieder europäische Berühmtheit. Manche dieser Privatgärten waren im Laufe der Zeit in öffentliche Gärten umgewandelt worden, in deren Wirthschaften sich die Leipziger nach Herzenslust vergnügten. Wie es in einem solchen Garten vor etwa siebzig Jahren aussah, das zeigt uns deutlich unser Bild. Schattige Lauben, in denen kleine Gesellschaften, ungestört von den übrigen, traulich beieinander sitzen konnten; waren in Menge vorhanden, so im „Großen Kuchengarten“, den einst Goethe besungen hatte, auf der „Funkenburg“, wo früher das Fischerstechen abgehalten wurde und auf deren vorderer Wiese sich 1823 der berühmte Seiltänzer Kolter zuerst sehen ließ. Dort trank man auch die berühmte Gose. Sonst begnügte man sich mit Weißbier und dunkelm einfachen Bier, dem sogenannten „Raster“; aber Ende der zwanziger Jahre wurden bereits die ersten Lagerbiere, namentlich Lützschenaer, verschenkt, und bald nachher gab es sogar „Bayerisches Bier“, das aus Nürnberg eingeführt wurde. Kinder und Frauen liebten das einfache Bier mit „Musik“, d. h. mit geriebenem Brot und Zucker. Der Handwerkerstand erlustigte sich im „Posthörnchen“ und in der „Alten Burg“, die gewöhnlich die „Blaue Mütze“ genannt wurde, weil der Wirth stets eine blaue Mütze trug und eine solche auch am Eingange seines Anwesens aufhing, zum Zeichen, daß an dem betreffenden Tage Konzert stattfinde. Nicht selten verkehrten auch Studenten dort und dann gab es öfters eine regelrechte Prügelei. In Schiegnitzens (später Kupfers) Kaffeegarten, sowie in Rudolphs Garten verkehrte gewählteres Publikum. Hier ließen auch öfters Prager Musikanten ihre heiteren Weisen erklingen. Vornehmere Konzerte fanden im „Kuchengarten“ und Donnerstags im „Hotel de Prusse“ statt. Das Rosenthal, das früher vom feineren Publikum weniger besucht wurde, kam auch mehr und mehr in Aufnahme. Gleich am Eingange, wo sich jetzt das Restaurant Bonorand befindet, war eine Bude, in der man im Sommer schon früh um 4 Uhr Thee, Kaffee, Chokolade, Gefrorenes ec. bekommen konnte. Die Wirthin der „Eisbude“ hieß im Volksmunde die „Kalte Madam“, bei ihr versammelte sich die feine Welt. Im Frühjahre 1824 erhielt sie einen Nebenbuhler in dem Schweizerbäcker Kintschy, dem der Rath erlaubte, eine zweite Eisbude, das „Schweizerhüttchen“ während des Sommers einzurichten. Ein Jahrzehnt später begann man das Rosenthal allmählich zu dem schönen Parke umzugestalten, der heute der Stolz aller Leipziger ist. – Die großen Leipziger Gärten haben der Neuzeit zum Opfer fallen müssen. Prachtvolle Spazierwege zieren aber jetzt die Stadt, und außer dem Rosenthale hat man die schönen Laubwälder von Leipzigs Umgegend in reizende Parkanlagen verwandelt, dem gegenwärtigen Geschlecht zu Nutz und Frommen. Mag immerhin das Alte stürzen, wenn Besseres an seine Stelle tritt! Von Sttz. Die Gartenlaube 1890. Leipzig, in: Leipziger Sommergartenleben zu Großvaters Zeiten. Heft 17, S. 547.

Aus der Presse – Über den Kunstbau im Krystallpalastgarten

Die Stimmung, in welcher der Wanderer, der Reisende eine Stadt betritt, oder in welcher sie daheim wieder in seiner Erinnerung erscheint, sie hängt, das weiß ja jeder, zum guten Theile von dem Bilde ab, mit welchem das vor den Blicken austauchende Häusermeer sich auf dem landschaftlichen Hintergrunde oder auf dem hellen Himmel in seinen Umrissen abzeichnet. Diese sogenannte „Silhouette“ verräth ja auch zum guten Theile dein Nahenden den Charakter der Stadt. Durch die Gestaltung dieser Silhouette, durch die rhythmisch abgewogene Unterbrechung der, der Natur der Sache nach fast gleichhohen, horizontalen Häuserdachreihen von Thurm- und Kuppelanlagen ist ja auch die Schönheit aller vielgerühmten Städteansichten bedingt. Manchem Leser schwebt wohl die herrliche, thurmreiche Flußansicht Kölns und dagegen die ziemlich öde, thurmarme Flußansicht Frankfurts a. M. vor dem inneren Auge. Leipzigs Silhouette hatte in der letzten Zeit für den außerhalb stehenden Beschauer nach den verschiedensten Richtungen hin eine bedeutende Verschönerung erfahren durch die Anlage des stattlichen Thurmes der Reudnitzer Kirche, durch den ebenso gewaltigen wie schönen Petrikirchthurmbau und den schmucken, schlanken Lutherkirchthurm. Jetzt beginnt sich dieselbe geradezu malerisch zu gestalten durch das jüngst erfolgte Hinzutreten des in dem bis dahin noch etwas eintönig umrissenen Nordosten der Stadt aus dem Boden des Krystallpalastgartens sich erhebenden mächtigen Kuppelbaues der Albert-Halle. Dieses herrliche Bauwerk, im Stile der ganz eigenartigen Renaissance unserer Tage gehalten, wie sie sich unter dem Einflusse der heutigen Bedürfnisse und Verkehrsverhältnisse und aus der Natur unserer hochentwickelten Bautechnik, vornehmlich der Eisenconstruction herausgebildet hat, beherrscht aber auch den Ausblick von gar manchem Puncte innerhalb der Stadt aus, besonders auf dem Theile der Promenade in der Nähe der Bahnhöfe. In überwältigender Fülle jedoch entfaltet es seine Schönheit und Macht vor den Augen desjenigen, welcher aus dem alten Bau des Schützenhauses in den Krystallpalastgarten tritt. Hier bildet es in: Anschlusse an die in den Garten zur Rechten und Linken umfassenden Colonnaden den hochmonumentalen hinteren Abschluß. Vor die Mitte des in künstlerisch edlen Formen und kühn auf zwölfeckigem Grundrisse emporstrebenden Rundbaues lagert sich breit ein mächtiges von doppelten Säulenstellungen flankirtes Portal, bekrönt von einer Kolossal-Quadriga, einer ein schnaubendes Rosse-Viergespann lenkenden, mit Lorbeer und Palme als Siegerpreis winkenden, idealen Frauengestalt. Diese effectvolle plastische Portalbekrönung ist zugleich der symbolische Hinweis auf eine der hauptsächlichsten Bestimmungen des Bauwerkes, nämlich auf die der Vorführung hyppologischer Kunstleistungen, freilich nicht die einzige. Denn es war für die Gestaltung der Albert-Halle die Idee des Besitzers maßgebend, einen möglichst großen Raum zu schaffen, zunächst allerdings für Aufführungen der Kunstreiterei, zugleich jedoch auch für großartige musikalische und rhethorische Vorführungen. Ueberdies sollte aber der Raum auch in den Zwischenzeiten zwischen diesen Benutzungen auf alle Fälle einen zugkräftigen Vereinigungspunct und Erholungsort nicht nur für die hiesige Bevölkerung bilden, sondern auch für die verwöhntesten Fremden. So entstand ein Project, wie es wohl hier überhaupt zum ersten mal ausgeführt ist, nämlich das, über einem weiträumigen Circus noch einen nahe ebenso großen Raum in Form eines Obergeschosses zur Aufnahme von Panoramen oder Dioramen im größten Maßstabe anzulegen. Im vorliegenden Falle entschloß man sich von dem altgewohnten vollständigen Randbilde oder Panorama abzugehen und dafür eine Reihe einzelner, und zwar hier sieben, sogenannter Dioramenbilder zu schaffen.Der Kolossalbau wurde von dem schon durch manche schöne, gediegene Schöpfung bekannten Leipziger Architekten Arwed Roßbach in wirklich genialer, den feinfühligen Künstler in jedem Zuge offenbarender Weise geschaffen und von ihm nach seinem Plane in dem geradezu unbegreiflich kurzen Zeitraume von nur neun Monaten verwirklicht. Diese letztere Leistung war natürlich nur möglich durch die wirklich fabelhafte, bis an die Grenze des Möglichen gehende Leistungsfähigkeit und Tüchtigkeit unserer Leipziger Gewerken, wo es gilt, durch energisches Zusammenwirken etwas wahrhaft Großes zu rechter Zeit fertig zu stellen. Die erwähnte Gliederung des Baues in einen untern Raum für Aufführungen und den oberen Dioramenraum prägt sich natürlich auch in der äußeren Gestaltung aus, die nun zunächst weiter in das Auge gefaßt werden soll. Im Erdgeschoß lehnen sich an die beiden Seiten des gedachten Portalbaues Säulenhallen an, welche im Parterre als bedeckte Zugänge zum Circusbau dienen, während sie oben aus ihrer flachen Verdachung weite, mit Lorbeerbäumen und anderem Grün geschmückte, terrassenartige Plätze bilden, die sich wieder an die Obergeschoßräume des alten Schützenhausbaues anschließen. Zugleich bieten diese Terrassen geräumige Rettungsplätze für den möglichen Fall einer schnell entretenden Panik. Der auf dem Circusraum als Obergeschoß sich erhebende Dioramenbau erscheint an seinen zwölf äußeren Mauerflächen durch Wandmalereischmuck wie von Teppichen überspannt, wodurch, da eine Gliederung dieser großen Flächen durch Fensteröffnungen der dahinter liegenden Dioramenbilder wegen nicht möglich war, einmal die Leere und Eintönigkeit vollständig vermieden wird. Vor allem wird aber auch andererseits dem gewaltigen Bau dadurch der Charakter des Leichten, ja Luftigen gegeben, ohne daß der Eindruck der Festigkeit irgendwie zu Schaden käme, denn dieser findet ganz wie in der Gothik seinen völlig beruhigenden Ausdruck in den Eisenpfeilern der zwölf Ecken, welche mit ihren dort vor die Umfassungswände tretenden, und in ganz organischer Weise wie von selbst sich auch zugleich schön ornamental gestaltenden und Strebesysteme bildenden Versteifungen dem Bauwerk Stand und Halt geben und Last wie Seitenschub der mächtigen Kuppel aufnehmen. Auf dem die Umfassungsmauer in weiter kräftiger Ausladung und schöner Profilirung wirkungsvoll abschließenden Hauptsims erhebt sich über den zwölf Ecken ein Kranz von schlanken Fahnenstangen und läßt das unten standfest Gegründete zu oberst in zwölf luftig flatternden Wimpeln harmonisch ausklingen. Die der Dioramenbilder wegen von einem breiten ringförmigen Oberlicht durchbrochene Kuppel findet ihren Abschluß in einer geschmackvoll silhouettirten tempelartigen Laterne, die ihrerseits als Bekrönung das auf so hochragendem Standpuncte fernhin sichtbare, alte bekannte Wahrzeichen des Schützenhausgartens trägt, einen die Weltkugel auf seinem Nacken tragenden Atlanten. Diese Laterne ist verglast und aus ihrem Inneren heraus senden des Abends Hunderte von elektrischen Glühlichtern ihre blitzenden Strahlen weithin über die Stadt und in die weite Ferne, um als Leitstern zu dienen für alle die, welche hier, seien sie fremd, seien sie einheimisch, nach ernster Tagesarbeit eine Stunde froher Erholung suchen. Der eigentliche Circusraum, oder besser gesagt die „Alberthalle“, hat einen inneren Durchmesser von 43 Meter und faßt 3000 streng amphithetralisch angeordnete bequeme Sitzplätze. In reichster Weise ist für Zu- und Ausgänge gesorgt, so daß jeder derselben nie mehr … Weiterlesen

Aus der Presse – Umgestaltung des Krystallpalastes wegen Alberthalle

Wir haben schon mehrfach unsere Leser im Allgemeinen mit der großartigen Umgestaltung bekannt gemacht, welche seit etwa Jahresfrist in unserem alten Schützenhaus oder, wie es jetzt heißt, in unserem Krystallpalast vor sich gegangen ist. Aus der Darstellung, die wir insonderheit in Nummer 86 unseres Blattes gaben, wird man bereits ein Bild von Demjenigen empfangen haben, was der Krystallpalast in Zukunft seinen Besuchern darzubieten im Stande ist und welche hervorragende Stellung derselbe nicht nur unter den Vergnügungs-Etablissements unserer Stadt, sondern unter denjenigen des gesammten Continents einnehmen wird. Wir bemerkten damals, daß wir auf diese glänzende Neuschöpfung und ihre Einzelheiten zurückkommen würden, wenn dieselbe in dem Stadium ihrer Vollendung angelangt sein werde. Nun, dieser Zeitpunct ist jetzt herbeigekommen, mit dem Osterfest ist die Stunde erschienen, in welcher der Circus-Neubau des Krystallpalastes und Alles, was damit im Zusammenhang steht, in festlicher Weise eröffnet und seiner Benutzung übergeben werden wird. Es ist daher unsere Aufgabe, die früheren allgemeineren Mittheilungen durch eine in das Einzelne eingehende Schilderung des Neugeschaffenen zu ergänzen. Der Besucher unserer Stadt wird sich, wenn er, von der Goethestraße kommend, die Promenade überschreitet und sich nach dem Dresdner Bahnhof wendet, von einem überraschend eigenartigen Bilde gefesselt sehen, das am nordöstlichen Horizonte dem Blick sich bietet. Ein mächtiger Kuppelbau steigt in gewaltigen Dimensionen empor, hohe, große Fahnenstangen bezeichnen die vorspringenden Ecken und ein schlanker Thurmbau, bekrönt von einem gigantischen kugeltragenden Atlas, setzt sich auf die in ihren Formen riesige Rotunde. Dieser Bau, welcher hier seine scharfe Silhouette an den Himmel zeichnet, ist der neue Circus oder die Alberthalle. Vor Allem erscheint es rühmens- und bewunderungswerth, daß diese mit dem Aufgebote großer Arbeitskräfte begonnene und vollendete Schöpfung, welche sich in Plan und Gedanken weit über ähnliche Bauwerke der Gegenwart erhebt, in so kurzer Zeit hat durchgeführt werden können, denn zwischen Idee und Verwirklichung, zwischen Spatenstich und Vollendung des Baues liegt nicht ein Jahr. Welche riesengroße Aufgaben galt es innerhalb dieser Zeit zu bewältigen, welche Summe von Arbeit gehörte dazu, um das Unternehmen sowohl im Großen und Ganzen in Angriff zu nehmen, als es auch praktisch im Einzelnen zu verwirklichen und den großen Aufgaben gemäß zu gestalten, welche für das Werk von vornherein gestellt waren. Unumwunden und mit dem Ausdruck vollster Anerkennung des Geleisteten muß in erster Linie den Verdiensten des Herrn Eduard Berthold Dank gezollt werden; der scharfe und praktische, auf das Werdende und weniger auf das Bestehende in unserer Stadt gerichtete Blick dieses Mannes ließ jetzt schon eine Metamorphose des Krystallpalastes entstehen, die früher oder später sich dringend erforderlich gemacht haben würde und die unserm immer mehr zur wirklichen Großstadt sich entwickelnden Leipzig mit seinen Monumentalbauten entschieden zur Zierde gereicht. Als das Project des Krystallpalastes ins Leben trat, als das ehemalige Schützenhaus sich zu einer, alle früheren localen Eigenschaften des Hauses beseitigende Umwandlung erhob, da staunte schon Leipzig ob der Kühnheit dieses Plans und des Umfanges der neuen Räume, die, wie Pessimisten, an denen bekanntlich in Leipzig kein Mangel ist, meinten, über das Maß der erreichbaren Frequenz zugeschnitten worden seien. Einige wenige Jahre haben genügt, darzuthun, daß jener Plan, welcher die Zukunft discontirt, sich in richtiger Würdigung der Verhältnisse dem steigenden Wachsthum unserer Stadt anschmiegt, daß der Gesellschaftsverkehr in jenen Räumen sich zu einer Ausdehnung erhob, die heute schon von Jedermann als selbstverständlich erachtet wird. Die jüngste Erste internationale Ausstellung für Volks-Ernährung und Kochkunst konnte zugleich die erfreuliche Thatsache bekräftigen, daß Ausstellungen umfassendster Art und mit den vielseitigsten Anforderungen verbunden mit einem Schlage in Leipzig unter Dach und Fach gebracht werden können, ohne daß sich die Herstellung kostspieliger Bauten nöthig erweist. Das Wort über dem Giebelfeld des ehemaligen Schützenhauses: „Laboris industriis civibus requies“, einst bescheiden ausgesprochen in Hinblick auf die Verhältnisse des Hauses, es wird zur verlockenden Einladung für Leipzigs ganze Bürgerschaft. Das Citat aus Schiller: „Raum für Alle hat die Erde“, krystallisirt sich, angepaßt auf communale Verhältnisse, in unserem Krystallpalast, als dessen gegenwärtiger Mittelpunct die 30 Meter hohe Alberthalle, ein Bau von großartiger Wirkung, zu bezeichnen ist. Der Besucher des Etablissements hat, wenn er von der Wintergartenstraße kommt, die Wahl zwischen drei Eingängen. Sie alle bezwecken vermittelst der geschaffenen, in directer Verbindung mit der Alberthalle und dem Diorama stehenden Colonnaden die Erzielung eines glatten und sich rasch entwickelnden Verkehrs. Jene mit Oberlicht versehenen Colonnaden, die rechts und links vom alten Hause liegen und von denen die linke eine Reihe von Verkaufsgewölben aufnimmt, schließen in ihren Baulichkeiten nicht weniger als sechs Kegelbahnen ein. Von diesen liegen vier nach Osten (die Asphaltbahnen: Germania- und Lipsiabahn und eine Doppelbahn, sowie die Tennenbahn Saxonia), während auf der westlichen Seite im linken Durchgang sich die Moltkebahn und die spitzwinkelig zulaufende Bismarckbahn befinden. In dieser Abtheilung des Einganges sind auch die großen Kellereien eingerichtet worden, deren das Etablissement für seinen so ausgedehnten Wirthschafts-Betriebe bedarf. Nach beiden Durchgängen hin ist zugleich vom Corridor des Hauses aus ein bequemer Eintritt geschaffen worden, so daß die Bewegung des Einzelnen, selbst bei Andrang großer Massen, nirgends gehemmt sein wird, ein Princip, das überall auf das Sorgfältigste zu Gunsten des Verkehrs, der sich in den Gesammträumen entwickeln soll, seine Durchführung gefunden hat. Die an den Parterresaal grenzende, bedeutend erweiterte Mittelcolonnade erhält unter der Estrade zwei große Buffets; vermöge ihrer praktischen Anlage versorgen die letzteren sowohl den Parterresaal als auch die Colonnade und den Garten. Hier wird das Bier der Leipziger Bierbrauerei von Riebeck & Co., das Franziskanerbräu von Jos. Sedlmayr in München direct vom Faß verzapft und auch Freiherrl. von Tucher‘sches Bier gereicht. Von diesem Ausganqspunct des Krystallpalastes genügen wenige Schritte für den Besucher, um sofort in den Garten zu gelangen, der in einem noch ganz bedeutenden Umfange erhalten geblieben ist und mit dem Eintritt günstiger Jahreszeit ein prächtiges Gewand annehmen wird. In monumentaler Schöne erhebt sich am nördlichen Ende des Gartens die Albert-Halle in ihrer kräftig gegliederten, architektonischen Form; es ist nicht ein Bau, teleskopartig in die Höhe geschoben, in kahler Einfachheit als gigantische Masse – sondern ein Kunstwerk im edlem Stil, äußerlich plastisch und malerisch wirksam ausgestattet. Auf dem massiven Fundament dieses Steinkolosses wölbt sich die ganz in Eisenconstruction gehaltene … Weiterlesen

Aus der Presse – Der neue Krystallpalast in Leipzig

Wer in früherer Zeit nach Leipzig kam und nicht gerade ein Hypochonder und abgesagter Feind aller Lebensgenüsse war, der versäumte nicht, das sogen. Schützenhaus zu besuchen, welches sich als ein Vergnügungsinstitut ersten Ranges einen weitverbreiteten Ruf erfreute. Infolge ungünstiger Zeitverhältnisse und verfehlter Speculationen verlor jedoch das altrenommirte Etablissement immer mehr von seiner einstigen Zugkraft, und endlich, nachdem eine Feuersbrunst im verflossenen Jahr einen Theil desselben, das Trianon, in Asche gelegt hatte, schien es mit der Existenz des Schützenhauses überhaupt zu Ende zu sein. Da brachte ein gewandter energischer Unternehmer, Hr. Eduard Berthold, das Schützenhaus käuflich an sich und ließ im Anschluß an das alte ein neues Etablissement, den „Krystallpalst“, entstehen, welcher am 16. April während der diesjährigen Ostermesse dem Publikum seine Pforten öffnete. Der nach dem Plan eines jungen Architekten, des Hrn. C. Planer, und unter dessen Leitung in kürzester Frist fertig gestellte Neubau ist großentheils aus Glas und Eisen ausgeführt und rechtfertigt somit seinen Taufnamen. Die unmittelbar mit den Sälen des frühern Schützenhauses verbundenen Neubauten des Krystallpalastes zerfallen in den großen Parterresaal, welcher Restauration, Wiener Café und ein kleines Theater enthält, und in den mit Galerien und reicher Ornamentik geschmückten Haupttheater- und Musiksaal, welcher, von azurblauer Glaskuppel überwölbt, sich in großartigen Dimensionen ausdehnt. Auf der geräumigen Bühne, die derselbe enthält, werden kleine Lustspiele, Operetten, Ballets u. f. m. aufgeführt und geben Salonkünstler aller Art ihre eleganten Productionen zum besten. Die artistische Leitung des Theaters und die der beiden Hauskapellen, welche allabendlich concertiren, ist bewährten Kräften anvertraut. Unter dem Parterresaal befindet sich eine Centralheizung, durch welche die großen Säle und Nebenräume bei dem Kältegrad bis zu 20 Grad und mehr erwärmt werden können. Diese Centralheizung ist nach bestem System mit kräftiger Ventilation angelegt, welche noch durch einen turbinenartigen großen Ventilator verstärkt werden kann. Derselbe wird gleich der elektrischen Gartenbeleuchtung durch starke Gasmotore in Betrieb gesetzt. Die Beleuchtung des Großen Saals erfolgt durch zwei Grove’sche Sonnenbrenner von je 1760 Normalkerzenstärke, während die übrigen Räumlichkeiten durch Gas erleuchtet werden. Nach der Gartenseite schließen sich an diese Säle Colonnaden und Veranden in ein und zwei Stockwerk-Höhe, die rund um den ganzen Garten gehen. Diese Colonnaden sollen zugleich als Skating-Rink dienen, während die Veranden dem Besucher eine reizende Aussicht auf die neugeschaffenen, abends in effectvoller elektrischer Beleuchtung strahlenden Gartenanlagen gewähren. Dies das Etablissement, welches gewiß allen Anforderungen der Neuzeit entspricht und daher auch seit seiner Eröffnung den Hauptanziehungspunkt für Einheimische und Fremde bildet. Wenn sich abends die strahlenden Theatersäle öffnen, in welchen während der Messe gleichzeitig gespielt und concertirt wird, dann füllen sich die Räume rasch mit fröhlichen Menschen, welche sich von der heitern leichtgeschürzten Muse, die hier das Wort führt, die Alltagssorgen hinwegscherzen lassen. Aber nicht nur dem großen Publikum, sondern auch geschlossenen Gesellschaften bietet der Krystallpalast einen comfortablen Versammlungsort. So wird beispielsweise die erste Privatfestivität, welche in seinen Räumen in Aussicht genommen ist, das große Cantate-Festessen der Buchhändler sein, welches alljährlich zur Ostermesse stattfindet. Möge denn dieses zeitgemäße und von seinem Unternehmer in großartiger Weise geleitete Etablissement, welches der Entwicklung Leipzigs zur Großstadt Ausdruck verleiht und bei dem starken Verkehrswesen der alten Handelsmetropole einem thatsächlichen Bedürfniß entspricht, einer recht glücklichen Zukunft entgegengehen und im Krystallpalast zu Leipzig der Ruhm des alten Schützenhauses wiederaufleben. Der neue Krystallpalast in Leipzig, in: Illustrierte Zeitung Leipzig vom 6. Mai 1882. Band 78, 1. Halbjahr, S. 365-368.

Leipziger Palmengarten – War der schönste Ort der Stadt

Der Leipziger Palmengarten ist in vielerlei Hinsicht mit der Entstehungsgeschichte des Clara-Zetkin-Parks und der Sächsisch-Thüringischen Industrie- und Gewerbeausstellung von 1897 verbunden. Sie war mit mehr als zwei Millionen Besuchern und über 3.000 Ausstellern die größte Ausstellung, die Leipzig und Sachsen bis dato erlebt haben. Nach Ende der Ausstellung wurden alle Gebäude wie Ausstellungshallen, Pavillons und Restaurants bis 1898 zurückgebaut und das Gelände bis 1904 in einen öffentlichen Park umgewandelt, der nach dem sächsischen König den Namen König-Albert-Park erhielt. Ein Großteil der heutigen Wegführung des Clara-Zetkin-Parks geht auf den Grundriss des damaligen Ausstellungsgeländes zurück. Beim Rückbau wanderten Teile der Ausstellung in den Aufbau des Palmengartens, so dass dieser schon im April 1899 feierlich eröffnet werden konnte. Das Gelände des Palmengartens westlich des heutigen Elsterflutbeckens war bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts hinein großflächiges Weideland. Nach Lindenau kam man von Leipzig aus nur über einen schmalen Damm über die sogenannten Frankfurter Wiesen, die häufig von Hochwasser überschwemmt waren. Für eine internationale Gartenbauausstellung vom 25. August bis zum 5. September 1893 wurde das Gebiet im Norden von der heutigen Jahnallee am Westufer der Elster-Pleißen-Aue anlässlich des 50. Jubiläums des Leipziger Gärtnervereins trockengelegt. Die Gestaltung der Anlage übernahm der Landschaftsarchitekt und Vorsitzende des Gartenvereins Otto Moßdorf. „Die Gartenlaube“ sprach seinerzeit sogar von einem landschaftlich außerordentlich reizvoll gestalteten Lustgarten. Bereits in der Festrede zur Eröffnung der Gartenbauausstellung regte der damalige Oberbürgermeister Georgi an, dieses Areal zu einer ständigen Erholungsstätte für die Leipziger Bürger weiterzuentwickeln. Er kannte den Frankfurter Palmengarten gut und die Leipziger Bürger sollten ebenso in den Genuss der vormals so ausgeprägten Leipziger Gartenkultur kommen. Er konnte 60 finanzstarke Leipziger für die Idee eines „Palmengartenprojekts“ gewinnen. Ein Aufruf in der Tagespresse zum Erwerb von Aktien für den Bau des Palmengartens erbrachte innerhalb von vierzehn Tagen über 350.000 Euro. Auch die Stadt Leipzig beteiligte sich an dieser Aktiengesellschaft. Ein Wettbewerb zur Gestaltung der geplanten Anlage wurde danach ausgelobt. Diesen konnte der Lindenauer Otto Moßdorf zwar nicht gewinnen, aber er wurde mit der Realisierung des Siegerentwurfs beauftragt, der sich sehr stark am Frankfurter Palmengarten orientierte. Damals wie heute umfasst der Park ein Areal von 22,5 Hektar. Die Hauptwege des Parks lassen sich noch auf die Zeit seiner Entstehung zurückführen. Der Park hatte zwei Eingänge – einen im Norden, an der Frankfurter Straße, der heutigen Jahnallee, und einen im Süden, an der Plagwitzer Straße, der heutigen Käthe-Kollwitz-Straße. Beide Eingänge waren mit rotem Backstein und schmiedeeisernen Toren gestaltet. Die Straßenbahn brachte die Besucher über die Frankfurter Straße bequem direkt bis vor den Park. Wer am Kassenhäuschen den Eintritt bezahlt hatte wurde von einem großflächig angelegten Teppichbeet mit arrangierten Blumenbeeten empfangen. Dahinter war ein palastähnliches Gesellschafts- mit integriertem Palmenhaus zu sehen. Zur Linken befand sich das Konzertgelände mit einem muschelförmigen Konzertpavillon für verschiedenste Aufführungen lokaler und regionaler Orchester für tägliche Vorstellungen. Um die Jahre 1900 kostete ein Tagesticket für den Leipziger Palmengarten nach heutigem Gesichtspunkten genauso viel wie ein Tagesticket für den Belantis Freizeitpark. Entlang des Gesellschaftshauses befanden sich viele Freisitze mit Gastronomieangeboten. Auf einem nahegelegenen Spielplatz konnten Kinder von ausgebildeten Kindergärtnerinnen betreut werden. Der Weg führte vorbei an verschiedenen Skulpturen zum großen Weiher hin, an dem Boote ausgeliehen werden konnten. Von dem auf einem Hügel erhöht stehenden Pavillon aus bot sich ein fantastischer Blick zurück über den Teich zum Palmenhaus. Die Wasserfläche war damals größer als wir sie heute kennen und reichte im Süden bis zu einer seit 1893 bestehenden Grotte mit künstlichem Wasserfall. Zum heutigen Klingerhain führte der Weg zur Plagwitzer Straße über die Vier-Jahreszeiten-Brücke. Diese war sehr wahrscheinlich erst für den Palmengarten errichtet worden, um beide Parkbereiche miteinander zu verbinden. Die vier Figuren an den Brückenenden, die die vier Jahreszeiten symbolisieren, sind heute noch sehr gut erhalten. Trat man am Südeingang aus dem Palmengarten hinaus, befand sich zur Linken das Karl-Heine-Denkmal, das erst später auf die andere Straßenseite versetzt wurde. Die Hauptattraktion des Leipziger Palmengartens war das palastartige Gesellschaftshaus mit dem angegliederten Palmenhaus, das dem Park seinen Namen gab. Der prachtvolle historistische Bau empfing die Besucher, die den Park vom Haupteingang an der Frankfurter Straße her betraten. Das Gebäude bestand aus einem quadratischen vorderen Teil und einer nach Süden daran anschließenden 60 m langen gläsernen Halle, in welcher exotische Bäume und Pflanzen gezeigt wurden. Vier Türme von je 30 m Höhe krönten die Ecken des Gesellschaftshauses. Die Architekten des Gesellschaftshauses waren die Leipziger August Hermann Schmidt und Arthur Johlige. Beide hatten bereits für die Sächsisch-Thüringische Industrie- und Gewerbeausstellung von 1897 die monumentale Industriehalle entworfen. Nun konnten nach Rückbau dieser Ausstellung Bauteile für das in ähnlichem Stil gehaltene Gesellschaftshaus im Palmengarten verwendet werden. Das Gesellschaftshaus bestand aus einem riesigen zentralen Festsaal und verschiedenen kleineren Sälen, in denen auch Jugendstilelemente verwendet wurden. Die kleineren Säle trugen Namen wie Roter Saal, Spiegelsaal, Weißer Saal. Der 15 m hohe große prunkvolle Festsaal verfügte über eine Galerie und war mit vier riesigen Kronleuchtern geschmückt. Im Gesellschaftshaus sorgte ein Restaurantbetrieb für das leibliche Wohl – eine „Gastwirtschaft 1. Ranges“. Die bestens ausgestattete Küche genügte höchsten Ansprüchen. Die Leitung hatte der international renommierte Kochkünstler Alfred Harrer inne, der Referenzen aus vornehmsten Hotels und Lokalen vorweisen konnte. Bei schönem Wetter wurde auch eine große Terrasse zum östlichen Hauptweg hin mitbetreut. Darüber hinaus soll es im Gebäude auch eine Konditorei und einen Weinkeller gegeben haben. Alle Räume konnten für Feierlichkeiten und verschiedenste Veranstaltungen gemietet werden. Das Gesellschaftshaus war ein wichtiges Zentrum des gesellschaftlichen Lebens in Leipzigs. Hier wurden Firmenfeiern ausgerichtet, Abschlussbälle, Wohltätigkeitsfeste. Veranstalter waren z.B. der Börsenverein des Deutschen Buchhandels, die Königliche Akademie für graphische Künste und Buchgewerbe, der B.G. Teubner-Verlag, die Städtische Schule für Frauenberufe, das Rote Kreuz, Leipziger Burschenschaften und viele mehr. Im Februar 1909 gründete sich im Gesellschaftshaus des Palmengartens der Richard-Wagner-Verband Deutscher Frauen, ein Vorläufer des heutigen Richard-Wagner-Verbandes. Im Juli des Jahres 1909 feierte die Universität Leipzig ihr 500-jähriges Jubiläum im Palmengarten mit einem Festabend. Im großen Saal waren an festlich gedeckten Tischen über 800 Gäste versammelt. Das Palmenhaus mit einer Vielzahl an exotischen Gewächsen war vom Gesellschaftshaus durch eine 15 m hohe Glasfront abgetrennt, durch die man … Weiterlesen

Aus der Presse – Das Ende vom Palmen- und Gesellschaftshaus

Die „Reichsausstellung Gutenberg 1940“ soll auf dem Gelände des Palmengartens errichtet werden. Um Raum für die Ausstellungsbauten zu gewinnen, werden das Palmengarten-Gesellschaftshaus und das Palmenhaus abgebrochen, und an ihrer Stelle wird Leipzigs neue Stadthalle erbaut werden. [1] Die „Reichsausstellung Gutenberg 1940“, die, wie bereits berichtet, unter der Schirmherrschaft von Reichsminister Dr. Goebbels in der Reichsmessestadt abgehalten werden soll, wird auf dem Gelände des Palmengartens errichtet. Um Raum für die Ausstellungsbauten zu gewinnen, werden das Palmengarten -Gesellschaftshaus und das Palmenhaus abgebrochen; an ihrer Stelle soll Leipzigs neue Stadthalle erstehen. Mit dieser Umgestaltung verliert Leipzig eine weltbekannte Stätte gastlicher Geselligkeit. Der Plan, einen Palmengarten nach Frankfurter Muster zu schaffen, wurde vor 40 Jahren anläßlich der Sächsisch-Thüringischen Gewerbe- und Industrieausstellung entworfen. Die Eröffnung erfolgte am 29. April 1899. Die Bälle und Feste im Gesellschaftshaus waren berühmt. Ferner ist, wie auch aus der Beratung des Oberbürgermeisters mit den Ratsherren hervorging, der Ausbau des Messegeländes am Völkerschlachtdenkmal unter Einbeziehung der Straße des 18. Oktober als Prachtstraße und die Errichtung eines Stadions geplant. An der Ausführung des Mittellandkanalprojektes wird die Stadt Leipzig auch weiterhin praktische Arbeit leisten. [2] Wie schon gemeldet wurde, hat Reichsminister Dr. Goebbels die Schirmherrschaft über die Reichsausstellung „Gutenberg“, die 1940 in Leipzig stattfindet, übernommen. Präsident der Ausstellung ist Oberbürgermeister Dönicke, Leipzig. Die Stadt Leipzig setzt sich mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln dafür ein, daß diese Ausstellung ein Ereignis von weltumspannender Bedeutung wird. Sie wird auf dem Gelände des Palmengartens und auf dem Kleinmeßgelände am Cottaweg errichtet. Die beiden Teile des Geländes werden durch eine Brücke über die Frankfurter Straße miteinander verbunden. Im Palmengarten werden Um- und Neubauten vorgenommen, und das Ausstellungsgelände wird eine harmonische Einheit mit den Anlagen des Richard-Wagner- Nationaldenkmals bilden. Während der Ausstellung sinken in Leipzig zahlreiche Fachtagungen statt. Es steht schon jetzt fest, daß Leipzig 1940 eine Ausstellung erlebt, wie sie in dieser Form noch nicht dagewesen ist. [3] In Frankfurt a. M. tagte kürzlich der Ausstellungs- und Messe-Ausschuß der deutschen Wirtschaft in Verbindung mit dem Werberat der deutschen Wirtschaft, vertreten durch seinen Präsidenten Reichardt. Gegenstand der Versprechungen waren die in den Jahren 1939 und 1940 stattfindenden internationalen Ausstellungen. Dabei berichteten Bürgermeister Haake und Geschäftsführer Nickel über den gegenwärtigen Stand der Gutenberg-Reichsausstellung vom Mai bis Oktober 1940 in Leipzig. Bürgermeister Haake wies auf die Tatsachen hin, die Leipzig als Stadt des Buches mit Jahrhunderte alter Tradition die Berechtigung geben, die 500-Jahr-Feiern zur Erfindung der Buchdruckerkunst durch eine Leistungsschau des graphischen Gewerbes aller Kulturstaaten zu krönen. Die Ausstellung soll, wie Bürgermeister Haake weiter ausführte, in erster Linie die Förderung des deutschen Schrifttums und der mit ihm in Verbindung stehenden geistigen Kräfte und wirtschaftlichen Produktionsmittel dienen. Darüber hinaus soll im friedlichen Wettstreit mit anderen Nationen Deutschlands Stellung als Kulturnation in der Welt besonders herausgestellt werden. So wird die Ausstellung einen wesentlichen Beitrag im Kampf gegen die Lügenpropaganda des Auslands leisten. In Erkenntnis der Bedeutung dieser weit über den Rahmen Deutschlands hinausgehenden Ausstellung hat der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda Dr. Goebbels die Schirmherrschaft übernommen. Der geschäftsführende Präsident ist der Mitinhaber Devrient der weltbekannten Druckerei Giesecke & Devrient, Leipzig, der als Fachmann in weitgehendem Maße auf die Gestaltung der Ausstellung Einfluß nehmen wird. Die Stadt Leipzig und mit ihr ganz Deutschland werden, so schloß der Bürgermeister, alle Kräfte daransetzen, um durch die Großzügigkeit der Planung die Gutenberg-Reichsausstellung zu einer Weltausstellung des graphischen Gewerbes zu machen. Geschäftsführer Nickel erläuterte an Hand von Plänen die Einzelheiten der Ausstellung. Die gesamte Ausstellungsfläche beträgt über 500 000 Quadratmeter; für die zu erstellenden Hallen sind 60 000 Quadratmeter vorgesehen. Das inmitten der wunderbaren gärtnerischen Anlagen des Palmengartens gelegene Gelände umfaßt auch das Gebiet der Kleinmesse und wird im Osten vom Elster-Flutbecken abgegrenzt. Als Hauptzufahrtsstraße dient die Frankfurter Straße, die die Ausstellung in die nationale Schau und die internationale Schau mit den Sonderschauen und der mit den modernsten Einrichtungen versehenen Tagungshalle teilt. Für die inhaltliche Gestaltung der Ausstellung ist eine glückliche Lösung gefunden worden: Die Zeit vor Gutenberg, Gutenberg und seine Zeit, Der Weg von Gutenberg zu uns,Die Gegenwart. Das Kernstück und zugleich den Beginn der Ausstellung darstellend, ist die historische Halle, in der die berühmtesten Schriftdenkmäler aus den verschiedenen Jahrhunderten gezeigt werden. Ihr schließt sich das Haus des Druckes an, das in Form einer Lehrschau die Entwicklung des modernen Druckverfahrens zeigen wird. Eine Ausstellungsdruckerei- und -Buchbinderei runden das Bild dieser Schau ab. In einer besonderen Halle werden die Entwicklung des Buches und seine Aufgaben im Dienste der Volksgemeinschaft aufgezeigt. Die gesamte Industrie des graphischen Gewerbes wird in riesigen Hallen ein Bild ihrer Leistungsfähigkeit geben. Die größte Anziehungskraft für die Fachwelt und das Publikum werden die im Betrieb vorgeführten riesigen Rotationsmaschinen ausüben. Die Spezialmaschinen für die einzelnen Druck- und Reproduktionsverfahren werden den Besuchern die Wunderwelt der Technik und der Buchdruckkunst erschließen. – Die Deutsche Arbeitsfront wird eine eigene Ausstellungshalle für ihre Leistungen auf dem Gebiete des Schrifttums und der Betreuung der Werktätigen durch das Fachamt „Druck und Papier“ erstellen. Die Entwicklung der Presse aus ihren ersten Anfängen bis zu ihrer heutigen Bedeutung im nationalsozialistischen Staat wird in einer eigenen Halle ihre Darstellung finden. In Sonderschauen werben die Leistungen von Film und Funk, soweit sie als Nachrichtenübermittler für die Presse in Frage kommen, gezeigt. Zwei große Hallen stellen für die Beteiligung des Auslandes zur Verfügung. Der Ausstellung gliedert sich der Aufbau eines Teiles Alt-Leipzigs mit einem anschließenden Vergnügungspark an. Schon jetzt während der Dauer der Ausstellung sind zahlreiche nationale und internationale Tagungen für Leipzig festgelegt, die in der bereits erwähnten Halle abgehalten werden. Diese großzügige Planung der Gutenberg-Reichsausstellung hat natürlich schon jetzt die stärkste Beachtung aller Fachkreise aus Industrie und Handel gefunden. Als sicher kann aber auch heute schon gelten, daß die Gutenberg-Reichsausstellung in Leipzig im Jahre 1940 vor allem auch durch die internationale Beteiligung das Interesse der ganzen Welt auf sich ziehen wird. [4] Das Restaurant im Palmengarten und das berühmte Palmenhaus sind geschlossen worden und stehen nunmehr vor dem Abbruch. Die Palmen ziehen in den Zoo um, wo sie vor allem im Dickhäuterhaus eine größere Anzahl von Bewunderern finden werden als in den letzten … Weiterlesen

Aus der Presse – Zur Verstadtlichung der Palmengarten-Gesellschaft

Verstadtlichung des Leipziger Palmengartens? Der Leipziger Palmengarten beruft zum 17. Dezember eine außerordentliche Generalversammlung, der eine Zwischenbilanz und ein Antrag auf Verstadtlichung zur Beschlußfassung unterbreitet werden soll. Nach den von uns eingezogenen Erkundigungen steht es noch nicht fest, ob und wann eine endgültige Verstadtlichung des Leipziger Palmengartens zustande kommt. Zurzeit ist der Leipziger Palmengarten eine Aktiengesellschaft mit einem Aufsichtsrat, in dem der Rat der Stadt Leipzig vertreten ist. [1] Wie wir im Handelsteil der vorliegenden Nummer unseres Blattes berichten, haben die Aktionäre des Palmengartens sich mit den Bedingungen des Rates für die Uebernahme in städtische Regie einverstanden erklärt. Nach diesen Bedingungen müssen die Aktionäre auf alle Rechte aus ihren Aktien verzichten und erhalten dafür 10 Jahre lang freien Eintritt in den Palmengarten. Sollte dieser seiner bisherigen Bestimmung entzogen werden (bekanntlich besteht das Gerücht von einer Umwandlung in einen Volkspark), so ist ein Schadenersatz ausgeschlossen. Wie in der gestrigen Generalversammlung mitgeteilt wurde, resultiert die Unterbilanz für das letzte Dreivierteljahr, rund 180 000 Mark, hauptsächlich aus den höheren Löhnen. Dazu kommt noch die Unterbilanz aus den Vorjahren mit rund ½ Million Mark. Wenn der Rat und die Stadtverordneten die Verstadtlichung abgelehnt hätten, würde der Konkurs unvermeidlich gewesen sein. Allerdings bleiben jetzt noch die Verhandlungen mit den Obligationären, denen 25 Prozent geboten werden, und mit den Warengläubigern, die 75 Prozent erhalten sollen, abzuwarten. Man darf aber annehmen, daß sie zustimmen, denn im Falle eines Konkurses würden die Obligationen, kaum etwas und die Warengläubiger sicher wesentlich weniger auf ihre Forderungen erhalten. Rat und Stadtverordnete haben 600 000 Mark bewilligt, wenn das Unternehmen als städtisches fortgeführt wird. [2] Die außerordentliche Generalversammlung genehmigte die Bedingungen des Rates, der das Unternehmen in eigene Regie nehmen will, wenn die Aktionäre auf alle Rechte aus ihren Aktien verzichten. Dafür erhalten sie für sich und ihre Angehörigen 10 Jahre freien Eintritt in den Palmengarten. Sollte er in dieser Zeit seiner bisherigen Bestimmung entzogen werden, so ist jeder Schadenersatz ausgeschlossen. Wie mitgeteilt wurde, hat sich die aus dem Vorjahre in Höhe von etwa 0,5 Mill. Mark vorhandene Unterbilanz während des laufenden Jahres um weitere 180 000 Mark erhöht. Eine besondere Obligationärversammlung wird nunmehr noch zu beschließen haben, ob sie sich mit einer Zahlung von 25 Proz. einverstanden erklären will. Die Warengläubiger sollen 25 Proz. auf ihre Forderungen nachlassen. [3] Die Stadtverordneten haben am 17. d. M. in nicht öffentlicher Sitzung einer Vorlage des Rates zugestimmt, wonach zur Ordnung der finanziellen Verhältnisse der Leipziger Palmengarten-Aktiengesellschaft und Ueberleitung des gesamten Unternehmens in städtischen Betrieb 600 000 Mark aus städtischen Mitteln aufgewendet werden sollen unter der Bedingung, daß 1. die Aktionäre sämtliche Rechte aus ihren Aktien auf die Stadtgemeinde übertragen, wofür ihnen für sich und Ihre Familienangehörigen auf die Dauer von 10 Jahren das Recht zum freien Eintritt in den Palmengarten zugestanden wird, 2. die Obligationäre sich gegen bare Auszahlung von 25 Prozent des Nennwertes ihrer Obligationen für befriedigt erklären, 3. alle übrigen nicht bevorrechtigten Gläubiger auf 25 Prozent ihrer Forderungen verzichten. Einigen von den Stadtverordneten beschlossenen Zusatzanträgen, insbesondere der Forderung der Bildung eines gemischten Ausschusses für den Zoologischen und den Palmengarten, wurde zugestimmt. [4] Zur Verstadtlichung des Palmengartens – Dazu lag der Antrag vor: Das Kollegium wolle den Rat ersuchen, Auskunft über den Stand der Verhandlungen wegen der Verstadtlichung des Palmengartens zu geben und die Verhandlungen möglichst zu beschleunigen. Vizevorsteher Pollender (S. P. D.) begründet den Antrag damit, daß am 15. Dezember v. J. die Verstadtlichung beschlossen und 600 000 Mark bewilligt worden seien. Er habe aber gehört, daß der gegenwärtige Generaldirektor drauf und dran sei, mit Unterstützung einer potenten Brauerei dem Palmengarten den Charakter eines Privatunternehmens nach Möglichkeit zu wahren. Ihm erwidert Bürgermeister Roth, daß die damals gefaßten Beschlüsse in der Form nicht in allen Punkten bis jetzt durchgeführt werden konnten, weil juristische Bedenken vorhanden waren. Der Rat bemühe sich, alle diese Schwierigkeiten zu überwinden, und er hoffe, in allernächster Zeit so weit zu sein, daß er das Heft völlig in der Hand habe. Er könne aber keine Einzelheiten in öffentlicher Sitzung weiter machen, denn sonst müsse er darauf zurückkommen, was seinerzeit in nichtöffentlicher Sitzung verhandelt worden sei. Dem Generaldirektor und dem anderen Direktor sei für den 1. Juli d. J. gekündigt und der Generaldirektor habe noch gestern erklärt, daß er jede Stunde gehen könne. In vielleicht 14 Tagen würden die Verhandlungen erledigt sein. Soweit er unterrichtet sei, geht der Betrieb des Palmengartens jetzt gut […] [5] In einer der letzten, Stadtverordnetensitzungen vor den Ferien wurde in einem Antrage der Rat um Auskunft über den Stand der Verhandlungen wegen der Verstadtlichung des Palmengartens ersucht. Bürgermeister Roth teilte daraufhin mit, daß die Verhandlungen zwar noch nicht abgeschlossen, aber voraussichtlich in Kürze zu Ende geführt werden würden. Für die Antragsteller schien es sich vor allem darum zu handeln, zu erfahren, ob die Gerüchte, daß Stadtrat a. D. Böhme, der bis jetzt Leiter des Unternehmens ist, die Gastwirtschaft mit finanzieller Unterstützung einer Leipziger Großbrauerei als Pächter weiterführen wolle, zutreffend sind. Bürgermeister Roth bezeichnete die Gerüchte als unwahr und bemerkte, daß Direktor Böhme bereit sei, jederzeit sofort von seinem Posten zurückzutreten, wenn das Unternehmen verstadtlicht werde. Am vergangenen Mittwoch nun hat der Rat den Betrieb des hiesigen Palmengartens übernommen, und zwar zunächst unbeschadet der bestehenden Eigentumsverhältnisse. Wie aus der Ausschreibung in der vorliegenden Nummer unseres Blattes hervorgeht, wird für den gesamten Gastwirtschaftsbetrieb ein tüchtiger Wirtschaftsleiter gesucht. Hierauf seien die Leipziger Gastwirte, die die Bestätigung in sich fühlen, dieses gemeinnützige Unternehmen zu leiten, besonders aufmerksam gemacht. Somit ist die Uebernahme des Unternehmens jetzt tatsächlich erfolgt und der Palmengarten ist nunmehr städtisch und ein gemeinnütziges Unternehmen geworden. Hoffentlich erfüllen sich die Erwartungen, denen man bei der Ratsvorlage auf Verstadtlichung des Unternehmens seinerzeit Ausdruck gegeben hat. Solange der Palmengarten der Aktiengesellschaft gleichen Namens gehörte, war die Prosperität des Unternehmens sehr gering. Nur ein einziges Mal, und zwar im Jahre 1899, vermochte es eine Dividende für die Aktionäre auszuschütten; dann blieb es nicht nur dividendenlos, sondern arbeitete mit Unterbilanzen. Während der Ausstellungsjahre 1913 und 1914 war der Besuch des Palmengartens nicht befriedigend, und während der Kriegsjahre gestaltete sich die finanzielle … Weiterlesen

Aus der Presse – Die Zukunft des Leipziger Palmengartens

Die Lage des Unternehmens der Aktiengesellschaft Leipziger Palmengarten ist heute eine solche, daß es gar keinen Zweck hat, ihr gegenüber die „Vogel-Strauß-Politik“ zu treiben in der Hoffnung, daß hierdurch, d. h. in aller Stille, eine Gesundung der Verhältnisse erreicht werden könnte. Seit Jahren arbeitet die Gesellschaft – leider – mit großen Fehlbeträgen. Und das schlimme ist, daß diese Fehlbeträge immer gewachsen sind. In den letzten sechs Jahren (1910 bis 1915) bezifferten sie sich im ganzen auf rund 323 000 Mark. Dieser Umstand wird das Herz eines jeden, der – kurz gesagt – unsere Stadt Leipzig liebt, mit aufrichtiger Trauer erfüllen. Die Stadtgemeinde hat es dabei an ausgiebiger Hilfe nicht fehlen lassen. Insgesamt hat die Gesellschaft von der Stadt in neun Jahren über 800 000 Mark erhalten, von denen 590 000 Mark auf das Erbbaurecht eingetragen sind. Trotz alledem sah sich die Gesellschaft genötigt, Ende 1915 erneut mit einem Gesuche an die Stadt um Unterstützung heranzutreten. Rat und Stadtverordnete haben dem entsprochen. In der Sitzung der Stadtverordneten vom 12. Januar 1916 wurde beschlossen, der Gesellschaft zur Weiterführung des Betriebes den Betrag von 20 000 Mark zur Verfügung zu stellen. Außerdem wurde verschiedenen Anträgen des Rates zugestimmt, die u. a. dahin gingen: Außerdem sollten die noch zu deckenden Fehlbeträge für 1915 und 1916 mit etwa 7000 Mark und 42 000 Mark zu Lasten des Betriebsvermögens der Stadt übernommen und zu den im Jahre 1914 bewilligten 105 000 Mark zugeschlagen werden. Die Opfer, zu deren Uebernahme sich die Stadt bereit erklärte, waren also sehr erheblich. Daneben sollten allerdings auch die Inhaber der Schuldverschreibungen (Obligationen) ein Opfer bringen. Diese außer dem Aktienkapital von 200 000 Mark vorhandenen Schuldverschreibungen belaufen sich auf 829 000 Mark und wurden von der Stadt mit 3 Prozent verzinst. Auf die Zinsen (24 870 Mark) sollen die Obligationäre so lange verzichten, bis das Unternehmen Ueberschüsse erzielt. Am vergangenen Donnerstag hat nun die Versammlung der Obligationäre, die hierzu Beschluß fassen sollte, stattgefunden. Sie war beschlußunfähig, es wurde aber vom Vorsitzenden die Mitteilung gemacht, daß die von den städtischen Kollegien zur Aufrechterhaltung des Betriebes bewilligten 20 000 Mark aufgebraucht sind. Sollte auch die nächste Versammlung (am 6. April) beschlußunfähig sein, so daß die Bedingungen der Stadt nicht zur Annahme gelangen könnten, so wäre das Schicksal der Gesellschaft besiegelt, denn daß die Stadt über das gestellte Angebot herausginge, sei auf keinen Fall zu erwarten. So die gegenwärtige Sachlage, die erkennen läßt, daß irgendeine Entscheidung binnen kurzem getroffen werden muß. Wir haben die vorstehenden Ausführungen gemacht, um den vielen Tausenden, die sich für unseren schönen Palmengarten interessieren, ein Bild von der Lage des Unternehmens zu geben. Aber unseres Erachtens kann es sich in der Hauptsache nicht darum handeln, nur für, den Augenblick einen Ausgleich herzustellen, sondern vielmehr darum, für die Zukunft das Unternehmen in bessere Verhältnisse zu bringen. Denn der Ausgleich nützt gar nichts, wenn alles beim alten bleibt, und die Stadt jedes Jahr von neuem tief in den Geldbeutel greifen muß. Auch über diese Zukunft ist in der Stadtverordnetensitzung am 12. Januar gesprochen worden. Ein Redner war hierbei der Ansicht, daß es nur einen Weg gebe, um den Palmengarten endgültig herauszubringen, und zwar sei das leicht dadurch zu erreichen, daß man den Palmengarten bis an das Westufer der neugeschaffenen Flutrinne erweitert und am Ufer einen Elster-Pavillon errichtet, gleich dem schönen Bauwerk, das wir als Alster-Pavillon in Hamburg bewundern. Diesem „einen Weg“ ist jedoch in der Versammlung nicht rückhaltlos beigepflichtet worden. Es wurde darauf hingewiesen, daß eine beträchtliche Summe dazu gehörte, um das zwischen dem jetzigen Palmengarten und der Flutrinne liegende Land (es handelt sich wohl um 40 000 Quadratmeter) in Anlagen zu verwandeln und daß auch ein großer Pavillon – denn um einen solchen kann es sich nur handeln – nicht billig sein würde. Es sei aber mindestens bedenklich, in das Unternehmen von neuem Hunderttausende hineinzuwenden. Von anderer Seite wurde angeregt, daß der Palmengarten mehr der Allgemeinheit zunutze gemacht, also vielleicht unentgeltlich geöffnet werde; das würde sicher dem Wirtschaftsbetriebe sehr zustatten kommen. Dieser Gedanke fand vielen Beifall. Auch wir glauben, daß hiermit wenigstens ein Versuch gemacht werden möge. Es brauchen deshalb die Dauerkarten (die in ihren Erträgen übrigens stetig herabgegangen sind) nicht ganz abgeschafft werden und man braucht andererseits nicht zur völligen Unentgeltlichkeit zu gehen. Aber wenn man an verschiedenen Tagen der Woche den Palmengarten, der einer der prächtigsten Aufenthaltsorte unserer Stadt ist, für ein Eintrittsgeld von 10 Pfennig öffnete, so würde der Zuspruch sicher sehr erheblich sein. Wer jetzt an schönen Wochentagen im Sommer die herrlichen Anlagen besucht, dem tut es wahrlich leid, daß sie so unbenutzt bleiben. Hier Wandel zu schaffen, muß allseitiges Bestreben sein. Die Stadt als erste Geldgeberin hat wohl einen Anspruch, bei der künftigen Gestaltung der Verhältnisse unseres Palmengartens, auf den wir Leipziger mit Recht stolz sind, ein Wort mitzureden. Wir zweifeln auch nicht, daß es in der Richtung geschehen wird, das ganze Unternehmen volkstümlicher zu machen. An der Einwohnerschaft wird es aber sein, ihm die nötige Unterstützung angedeihen zu lassen. Es mag in den jetzigen Kriegszeiten schwer sein, aber das eine muß gesagt werden: mit dem bloßen Bedauern, und mag es noch so „herzlich“ und „innig“ sein, ist dem Unternehmen nicht geholfen, sondern nur mit der Tat. Und unbedingt muß der Palmengarten unserer Stadt erhalten bleiben. Geschähe es nicht, so würde das einen bedenklichen Schatten auf unsere Stadt werfen. Von der Leitung des Unternehmens muß allerdings ebenfalls erwartet werden, daß sie alles tut, um die Anziehungskraft des Unternehmens zu heben. Und mehr als einen Weg gibt es hierbei, den man betreten kann. – id. Aus Leipzig und Umgebung, in SLUB Dresden: Leipziger Tageblatt und Handelsblatt vom 21. März 1916. Frühausgabe, 2. Beilage, S. 9.

Aus der Presse – Debatte zur Lage der Palmengarten-Gesellschaft

In der gestrigen Sitzung der Stadtverordneten worden – zum ersten Male nach längerer Zeit – gleich zwei große Vorlagen erledigt. Zunächst handelte es sich um die Unterstützung der Palmengarten-Aktiengesellschaft aus städtischen Mitteln. Aus dem Munde des Berichterstatters erfuhr man hierbei, daß die Stadt bisher schon 800 000 Mark in das Unternehmen hineingesteckt habe, von denen man, wie ein Redner bemerkte, wohl wenig wiedersehen werde. Die Hauptfrage, um die sich gestern der Streit der Meinungen drehte, war: weitere Unterstützung oder Konkurs? Die Mehrheit entschied sich für die weitere Unterstützung, denn ob bei einem Konkurse für die Stadt ein Vorteil sich ergeben würde, das erscheine doch recht fraglich. Wie die Verhältnisse sich gestalten werden, ist trotzdem noch nicht abzusehen. Notwendig wird sich wohl erweisen, das Unternehmen auf eine andere Grundlage zu stellen […] Weitere Unterstützung der Palmengarten-Gesellschaft Der nächste Punkt der Tagesordnung betrifft die Ratsvorlage wegen weiterer Unterstützung der Palmengarten-Aktiengesellschaft 1. durch Ueberlassung der bisher in Konto 7 des städtischen Haushaltplans eingestellten 24 870 Mark vom Jahre 1916 ab unter den in der Vorlage angegebenen Voraussetzungen, nämlich 2. Nichteinforderung der Zinsen von etwa 16 000 Mark jährlich vom 1. Januar 1915 ab bis auf weiteres; 3. Ersatz des Erbpachtzinses von jährlich 4000 Mark vom Jahre 1915 ab bis auf weiteres; 4. Gestattung einer Inventarergänzung für vorläufig nur 2000 Mark jährlich; 5. Bewilligung der dann noch zu deckenden Fehlbeträge der beiden letzten Jahre von zusammen etwa 49 000 Mark aus Betriebsvermögen, die ihm mit den bereits früher bewilligten 105 000 Mark vom Jahre 1924 ab in Jahresraten von 25 000 Mark aus dem Betriebe (Konto 42) zurückzuerstatten sind; 6. die Ermächtigung, die von der Stadt erworbene Buchforderung auf 15 000 Mark abzubuchen usw. Der Finanzausschuß beantragt Zustimmung. Der Berichterstatter Stadtv. Meiner führte folgendes aus: „Wie zu Weihnachten das Christkind kommt, so ist ungefähr zur selben Zeit in den Jahren 1912, 1913 und 1914 der Palmengarten gekommen und hat um Unterstützung gebeten; so auch Ende 1915. Er glaubt, dazu besonders ein Recht zu haben, da der Zuschuß, den er Ende 1914 erbeten hatte, darauf berechnet war, daß der Krieg längstens bis Mitte des Jahres 1915 dauern würde, eine Hoffnung, die aber trügerisch war. Der Verlust, der auf 50 000 Mark geschätzt war, wird daher mehr als 83 000 Mark betragen, während der Zuschuß der Stadt nur 50 000 Mark beträgt. Da aber Ersparnisse bei den für Bau-Ausgaben bewilligten Mitteln gemacht worden sind, so beträgt der jetzt noch zu deckende Fehlbetrag für 1915 nur 26 000 bis 27 000 Mark. Der Fehlbetrag für 1916 wird, wenn das volle Jahr 1916 als Kriegsjahr gerechnet wird, mit 90 000 Mark erwartet, zusammen sind also 116 000 bis 117 000 Mark Zuschuß erforderlich. Um diesen Zuschuß zu decken, schlägt der Rat vor, daß die Inhaber von Schuldverschreibungen, denen die Zinsen, jetzt allerdings auf 3 vom Hundert herabgesetzt, von der Stadt gewährleistet und gezahlt werden, auch etwas zu den Kosten beitragen und so lange auf den Empfang der Zinsen zugunsten des Palmengartens verzichten sollen, bis wieder normale Verhältnisse eintreten. Es würden hierdurch jährlich rund 25 000 Mark gespart werden. Weiterhin soll die Stadt auf die Einforderung der Zinsen für die gewährten Darlehen, etwa 16 000 Mark jährlich, und auf den Erb-Pachtzins von jährlich 4000 Mark verzichten, und endlich soll gestattet werden, daß an Stelle der vertragsmäßig Für Inventarergänzungen aufzuwendenden 5000 Mark nur 2000 Mark jährlich verausgabt werden, wodurch weitere 3000 Mark gespart werden. Das sind zusammen 48 000 Mark Ersparnis, so daß der Zuschuß für 1916 nur 42 000 Mark zu betragen braucht. Ein Verzicht der Verzinsung der Darlehen und des Erb-Pacht-Zinses für 1915 würde 19 000 Mark erbringen, so daß für dieses Jahr nur 7000 Mark aufzubringen wären, im ganzen also 49 000 Mark, die die Stadt zu zahlen hätte. Endlich wird gewünscht, daß eine Buchforderung, die die Stadt in Höhe von 139 000 Mark von der Credit-Anstalt für 15 000 Mark erworben hat, auf diesen wirklichen Kaufpreis von 15 000 Mark abgebucht wird, wodurch sich ein bilanzmäßiger Gewinn erzielen läßt, der die Bilanz wieder flüssig macht. Die Aussprache im Finanzausschuß war ziemlich lebhaft und eingehend. Es wohnten ihr Bürgermeister Roth, die Stadträte Böhme und Joachim und wegen der juristischen Fragen Justizrat Dr. Junck bei, der auf Wunsch des Rates ein Gutachten wegen der rechtlichen Folgen eines Konkurses erstattet hatte. Die juristischen Fragen wurden zunächst geklärt, da die Furcht bestand, daß das Darlehen, das die Stadt dem Palmengarten in Höhe von 550 000 Mark gewährt hat, gefährdet wäre insofern, als bei einem Konkurs des gleichen Rang mit den Schuldverschreibungen hätte und daß die Stadt, wenn sie den Palmengarten entsprechend dem Vertrage § 7b übernimmt und die Gebäude zu einem angemessenen Preise bezahlen muß, nicht aufrechnen könne. Nach einem Reichsgerichtsurteil würde die Zahlung für die Gebäude erst nach Ausbruch des Konkurses fällig werden, es könne aber niemals eine Zahlung, die nach Ausbruch des Konkurses fällig wäre, gegen eine Zahlung, die vor Ausbruch des Konkurses geleistet worden wäre, aufgerechnet werden, und vorherige Abmachungen nach dieser Richtung hin wären ungültig. Zur allgemeinen Freude waren die drei im Ausschuß anwesenden Juristen aber nach der Richtung hin sich einig, daß der Rat das Recht hätte, auf Grund der hypothekarisch eingetragenen Forderung von 550 000 Mark auf das Erbbaurecht die Zwangsvollstreckung beantragen zu können, und dann ginge seine Forderung derjenigen der Inhaber der Schuldverschreibungen voraus. Auch hätte der Rat nach dem Vertrage § 7a das Recht zu beanspruchen, daß die Gebäude niedergerissen und ihm das Gelände als Oedland zurückgegeben würde. Eine solche Drohung würde wohl auch den Konkursverwalter veranlassen, mit sich reden zu lassen, so daß, wie es am Schlusse des Gutachtens heißt, die Trümpfe, die der Rat in der Hand hielte, genügend wären, um mit Ruhe einem Konkurse entgegenzusehen. Diese Ruhe, mit der die Stadt dem Konkurs entgegensehen konnte, hatte nun unter den Ausschußmitgliedern verschiedene Wirkungen. Der eine Teil meinte, man brauche dann von Vorschlägen, wie etwa Zusammenlegung der 845 000 Mark Schuldverschreibungen von 2 zu 1, um einen buchmäßigen Gewinn von etwa 420 000 Mark zu erzielen, abzusehen. Man brauche auch … Weiterlesen

Aus der Presse – Erster Wechsel der Direktoren im Palmengarten

Die Direktoren des Leipziger Palmengartens, Betriebsdirektor Hans Miederer und Gartendirektor Hermann Doebner, scheiden am 31. März aus ihren Stellungen, und damit aus Leipzig. Lange Jahre, seit der Eröffnung des Leipziger Palmengartens am 29. April 1899, haben beide Herren mit Lust und Liebe, mit Tatkraft, Energie und sicherem Verständnis für das Praktische, Notwendige und doch Schöne und Erfreuliche ihren verantwortungsreichen und niemals leichten Posten bekleidet. Betriebsdirektor Miederer, der vor seiner segensreichen Tätigkeit im Palmengarten durch seinen väterlichen Freund Ernst Pinkert zum Geschäftsführer des Festausschusses für die 1897er Ausstellung berufen worden war, ist in den 12 Jahren im Palmengartenbetrieb eine allgemein bekannte und hochgeschätzte Persönlichkeit geworden; sehr, sehr viele werden ihn nur ungern und mit aufrichtigem Bedauern aus Leipzig scheiden sehen. Um zu würdigen, was er im Palmengarten geschaffen, braucht man nur der großen, beliebten alljährlichen Feste zu gedenken: des Kostümfestes „Unter Palmen“, des Bayern-Balles, der Sommerfeste usw. usw. Einen tüchtigen Etablissementsleiter und einen lieben, prächtigen Menschen verliert Leipzig in Hans Miederer, der sich jetzt seiner Heimatstadt München zuwendet. Und ebenso aufrichtig wird man das Scheiden des Gartendirektors Doebner bedauern. Er war es, der dem Palmengarten sein weltstädtisch-glänzendes äußeres Gewand gab. Wer wird nicht stets mit Entzücken vor den wundervollen Teppichbeeten gestanden haben, wer erinnert sich nicht des kunstvollen Wappenbeetes im Jubiläumsjahr der Universität, der Chrysanthemen-Ausstellungen, des Rosengartens, und last not least des wundervoll gepflegten und gehegten Palmenhauses? Ueberall sah man die Liebe des Gärtners zu seinen Blumenkindern, den feinsinnigen Geschmack, der das Auge erfreute. Direktor Doebner zieht sich jetzt ins Privatleben zurück und siedelt in seine Vaterstadt Meiningen über. Möge ihm ein langes otium eum dignitate beschieden sein, und mögen beide Herren, so wie man ihrer in Leipzig nicht vergessen wird, auch unserer Stadt ein freundliches Andenken bewahren. [1] Leipziger Palmengarten. Mit dem heutigen Tage sind in der Leitung und Bewirtschaftung unseres Palmengartens einschneidende Aenderungen eingetreten. Die Betriebsleitung wird Herrn Direktor F. C. Stremmel, der über eine langjährige, in Großbetrieben erworbene kaufmännische In- und Auslandpraxis verfügt, übernehmen. Zuletzt war Herr Stremmel als Direktor des Frankfurter Verkehrsvereins, Frankfurt a. M. und Umgebung mit großem Erfolg tätig, und hat an der Hebung des Frankfurter Fremdenverkehrs und der mächtigen Verkehrsentwickelung Frankfurts regen Anteil gehabt. Als Gartendirektor wurde Herr August Brüning aus Berlin-Fichtenau vom Aufsichtsrate verpflichtet. Herr Brüning stand früher in Diensten der Stadt Berlin und war zuletzt in Fichtenau als Gärtnereibesitzer und Landschaftsgärtner tätig. Es geht ihm der Ruf eines tüchtigen Fachmannes voraus, der sowohl auf dem Gebiete der Landschaftsgärtnerei, der Pflanzenkultur und der Bodenbewirtschaftung bedeutende Erfolge erzielt hat. Herr Brüning erfreut sich der besonderen Wertschätzung unseres städtischen Gartendirektors Herrn Hampel. Der Restaurationsbetrieb ist vom 1. d. M. von der Leipziger Zentraltheater-Aktiengesellschaft übernommen worden. Bei der vorzüglichen Wirtschaftsleitung dieses Etablissements ist zu hoffen, daß auch die Bewirtschaftung des Palmengartens in Zukunft eine vorzügliche sein wird. Wie wir hören, sind eine Reihe Neuerungen und Verbesserungen im Palmengarten geplant, die ohne Zweifel auch dazu beitragen werden, den Palmengarten noch mehr als bisher zum Sammelpunkt und zur Erholungsstätte weitester Kreise unserer Bevölkerung zu machen. Es liegt nun an unserer Bürgerschaft, auch ihrerseits den Palmengarten, dieses gemeinnützige und großzügige Unternehmen, das weit über die Grenzen Leipzigs hinaus auch in botanischer Hinsicht geschätzt wird, durch recht zahlreichen Besuch zu unterstützen. [2] In das Handelsregister ist heute eingetragen worden: […] 5) aus Blatt 9416, betr. die Aktiengesellschaft unter der Firma Leipziger Palmengarten in Leipzig: Die Zeichnung der Firma verpflichtet die Gesellschaft nur dann, wenn ihr die Unterschriften von zwei zur Firmenzeichnung berechtigten Personen beigefügt worden sind. Berechtigt zur Firmenzeichnung sind die Mitglieder des Vorstandes und die Prokuristen. Hermann Doebner und Johannes Miederer sind als Mitglieder des Vorstandes ausgeschieden. Zu Mitgliedern des Vorstandes sind bestellt der Kaufmann Friedrich Carl Stremmel und der Garten-Ingenieur August Brüning, beide in Leipzig […] [3] Vom Leipziger Palmengarten. Mit Rücksicht auf die vielfachen Anfragen aus Abonnentenkreisen wird hiermit nochmals zur Kenntnis gebracht, daß seit dem 1. April d. J. ein Wechsel in der Direktion des Leipziger Palmengartens eingetreten ist. Das Arrangement von Konzerten, Festlichkeiten usw. und die Oberleitung des ganzen Betriebes und der Gartenverwaltung bleibt der Direktion der Palmengarten-Aktiengesellschaft vorbehalten, während die Restauration an die Zentraltheater-Aktiengesellschaft verpachtet worden ist, die alles aufbieten wird, durch eine vorzügliche Bewirtschaftung den verwöhntesten Ansprüchen gerecht zu werden. Man kann deutlich wahrnehmen, daß das Interesse der Leipziger Bevölkerung für unsern schönen Palmengarten im Wachsen begriffen ist. Die Entnahme von Dauerkarten und der Besuch des Palmengartens überhaupt hat sich im verflossenen Monat gegen den April der Vorjahre bedeutend gehoben. Die im großen Blumenparterre und an zahlreichen andern Stellen der herrlichen Anlagen in schönster Blüte stehenden Anpflanzungen erregen allgemeines Entzücken. Die Wünsche einiger Abonnenten, die seit dem 1. April verschärften Kontrollbestimmungen beim Eintritt in den Palmengarten zu mildern, können zurzeit leider noch nicht berücksichtigt werden, da in Len letzten Jahren ein nicht unbedeutender Missbrauch mit Dauerkarten getrieben worden ist. Für die Folge wird in solchen Fällen unnachsichtlich strafrechtliche Anzeige erfolgen. Sehr bedauerlich ist, daß hierdurch die Gesamtheit zu leiden hat; im Interesse des Palmengartens kann jedoch bis auf weiteres von der verschärften Kontrolle nicht abgesehen werden. [4] Berufung. Herr Hans Miederer, der frühere Direktor des Leipziger Palmengartens, ist mit der Geschäftsleitung des Festausschusses und des Wirtschaftsausschusses für die im Jahre 1913 in Leipzig stattfindende Internationale Baufach-Ausstellung mit Sonderausstellungen betraut worden. Er wird bereits Anfang kommenden Jahres sein Amt übernehmen. Diese Nachricht wird gewiß viele unserer Leser interessieren, denn Direktor Hans Miederer ist in Leipzig noch nicht vergessen. [5] Gartendirektor Doebner. Aus Meiningen kommt die Kunde, daß dort in seiner Heimat nach längerem schweren Leiden der frühere Gartendirektor des Leipziger Palmengartens, Hermann Doebner, verstorben ist. Mit ihm ist ein hervorragender Gartenkünstler, ein feinsinniger, prächtiger und liebenswerter Mensch dahingegangen. Diese Eigenschaften und sein langjähriges Wirken in unserem Palmengarten sichern ihm ein ehrendes Gedächtnis. [6] Hans Miederer (1867-1947) war von 1919 bis 1932 Bürgermeister von Schliersee. Kurz vor seinem Tode 1947 wurde er Ehrenbürger der Stadt. Geehrt wurde er für seine Verdienste als Bürgermeister, als Führer der Sanitätskolonne, Mitglied des Eisenbahnkomitees, Gründungsmitglied des Wintersportclubs Schliersee und der Alpenvereinssektion. Die ihm zu Ehren benannte Straße führt … Weiterlesen

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