Der klingende Park – Tage der Industriekultur in Leipzig

Die Veranstaltungsreihe „Der klingende Park“ ist ein Teil der Industriekulturtage in Leipzig. Sie bietet im weitesten Sinne eine Reise durch die Geschichte der Gartenbaukunst in Leipzig, angefangen mit den prächtigen privaten Bürgergärten, den ersten Botanischen Garten und den ersten kommunalen Landschaftspark Deutschlands über die modernen Ausstellungs- und Freizeitparks sowie Ausflugsstätten im Industriezeitalter bis hin zu den noch erhaltenen Parkanlagen jener Zeit, die als Gartenbau- und Kulturdenkmal heute einen besonderen Schutzstatus genießen. Die Parkerrichtung war über dem ein wichtiger Faktor des städtebaulichen Wandels im Zuge der Hochindustrialisierung und des Städtewachstums in Deutschland.

Zur Zeit der Sächsisch-Thüringischen Industrie- und Gewerbeausstellung 1897 (STIGA) waren viele Leipziger Parkanlagen in ihrer Entstehung. Gut für Leipzig war es, dass die Stadtoberen 1899 eine Umsetzung öffentlicher Parkanlagen befürwortete und finanzielle Mittel dafür bereitstellte – dies kann heute als Ausdruck einer vorausschauenden und nachhaltigen Stadtentwicklung im Industriezeitalter gedeutet werden, denn diese Grünflächen dienten neben anderen wichtigen Aspekten auch zur Regeneration einer hart arbeitenden Bevölkerung. Hierzu zählen beispielsweise der Stünzer Park (1898) im Leipziger Osten, der Leipziger Palmengarten (1899) im Leipziger Westen, der Arthur-Bretschneider-Park (1900) im Leipziger Norden ebenso wie der Wilhelm-Külz-Park (1904) im Leipziger Süden und der an der Stelle des Ausstellungsparks der STIGA tretende König-Albert-Park (1904), der heutige Clara-Zetkin-Park, im Leipziger Zentrum.

Sie alle dienen dem Wohl der Leipziger und ihrer Besucher, sei es zur Bildung, Erholung oder zum Vergnügen. Entsprechend lohnenswert ist ein Blick auf ihre Entstehungs- und Blütezeit, die verschiedenen Kunstformen, die diese Parks bereicherten (z.B. Architektur, Skulptur, Landschaftsgestaltung, Musik) – ganz zu schweigen von den Schicksalen einst untergegangener Oasen, die in alten Postkarten, Lithografien und Aufnahmen heute wieder lebendig werden.

Unser Ziel ist es, die Vielfalt der Leipziger Park- und Gartenkultur zu beleuchten und mit dieser Veranstaltungsreihe ab 2023 jährlich möglichst viele Menschen zu erreichen. Wir sind davon überzeugt, dass ein tiefes Verständnis der lokalen Kulturgeschichte zu einer höheren Wertschätzung führen kann und somit zu einem bewussteren Umgang mit den Parkanlagen anregt.


Veranstaltungen


… die Veranstaltungen in 2024:

Klingender Park mit einer Hommage an den Leipziger Palmengarten mit dem Musikpavillon-Salonorchester Thomas Krause, Open-Air-Ausstellung und Bücherverkauf am Musikpavillon, Clara-Zetkin-Park

Wann? 20.05.2024, 14:00–18:00 Uhr
Wo? Musikpavillon, Clara-Zetkin-Park, Anton-Bruckner-Allee 11, 04107 Leipzig

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… die Veranstaltungen in 2023:

Zu den 11. Tagen der Industriekultur in Zusammenarbeit mit dem Verein für Industriekultur Leipzig e.V. mit folgendem Thema:

„Vom Ausstellungspark 1897 zum Leipziger Palmengarten 1899:
Park- und Gartenkultur im Zeitalter der Industrialisierung“

Wann? 03.09.2023, 14:00–19:00 Uhr
Wo? Musikpavillon, Clara-Zetkin-Park, Anton-Bruckner-Allee 11, 04107 Leipzig
Wie viele Gäste waren da? > 500 Gäste


Autoren

  • Mike Demmig

    studierte Verlagswirtschaft, Hobbyhistoriker und Veranstalter in Leipzig. Über ein Jahrzehnt ist er mitentscheidend beim Wiederaufbau des Leipziger Musikpavillons zu einem generationsübergreifenden Treffpunkt. In verschiedenen Engagements setzt er sich für Projekte ein, die einen lokalhistorischen Bezug haben. Ehrenamtliches Mitglied im Stadtbezirksbeirat Leipzig-Mitte, Förderer und Jury-Mitglied beim Gert-Triller-Preis für Musikkultur der Leipziger Notenspur e.V.

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  • Anne Roßburger

    studierte Kunstgeschichte in Göttingen, Basel und Leipzig. Seit 2021 als Kunsthistorikerin und Vermittlerin tätig. Sie forschte zu barocken immerwährenden Kalendern, zur Leipziger Gartenkultur des 19. Jahrhunderts sowie zur Ausstattung des Andachtsraumes der Universitätskirche St. Pauli. 2022 koordinierte sie zusammen mit Dr. Enrico Ruge-Hochmuth (HTWK) das Projekt „125 Jahre Sächsisch-Thüringische Industrie- und Gewerbeausstellung Leipzig“, das im Rahmen des Themenjahres „Leipzig – Freiraum für Bildung“ umgesetzt wurde.

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