Anke Hofmann und Elisa Klar geben in diesem Interview Einblicke in die Entstehung und Bedeutung der CARLA-Datenbank an der Hochschule für Musik und Theater Leipzig. Mit der öffentlichen Plattform ist eine digitale Forschungsumgebung entstanden, die die Geschichte des Leipziger Konservatoriums erstmals umfassend online sichtbar macht. Die beiden Expertinnen erläutern, wie aus historischen Studienunterlagen ein international genutzter Datenpool wurde, welche Herausforderungen die Digitalisierung mit sich brachte und welche neuen Perspektiven sich damit für die Musik-, Geschichts- und Digital-Humanities-Forschung ergeben.

Leiterin der Bibliothek und des Archivs der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig, Projektkoordinatorin für CARLA
Foto: Martin Jehnichen

Bibliothekarin an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig, zuständig u.a. für CARLA, Katalogentwicklung, Elektronisches Publizieren und Social Media
Das von der DFG geförderte Projekt zu Carl Reinecke, das seit 2022 an der Universität Leipzig und der HMT Leipzig angesiedelt ist, nutzt CARLA über eine REST-API. Die Daten sind im erschienenen Sammelband eingegangen. Dieser beleuchtet Reineckes Netzwerk in Leipzig sowie seine Schaffenskraft aus vielen Perspektiven.

Verlag Klaus-Jürgen Kamprad
Claudius Böhm, Stefan Keym (Hrsg.)
Beiträge von S. Keym, C. Böhm, L. Hartmann-Enke, J. Schuler, N. Schächner, P. Schmitz, T. Schipperges uvm.
ISBN 978-3-98753-024-1
Auflage: 1. Auflage 2024
Maße: 17 x 24 cm
Umfang: 184 Seiten, farbige Abbildungen
Festeinband
Preis: 29,80 Euro
Dieser Gesellschaftsroman in zwei Bänden wurde 1908 von der ehemaligen Studentin Ethel Florence Richardson alias Henry Handel Richardson geschrieben. Sie verarbeitete darin u. a. ihre Studienerfahrung am Leipziger Konservatorium in den 1890er Jahren mit einer Hommage an Leipzig.
Ich habe CARLA bei meinen Recherchen zu Musikdirektoren und Musikern kennen und schätzen gelernt. Deshalb freue ich mich, nun mehr von Ihnen darüber zu erfahren. Als verantwortliche Bibliothekarinnen sind Sie beide mit Ihrem Team das Gesicht von CARLA und gestalten dieses Projekt seit der Konzeptionsphase.
Was verbirgt sich eigentlich hinter der Abkürzung CARLA, und welche Informationen sind in dieser Datenbank enthalten?
CARLA steht für „Conservatory Archive Records Leipzig with Additions“ und ist eine frei zugängliche Online-Datenbank zum Leben und Wirken der rund 13.000 Personen am Leipziger Konservatorium der Musik im Zeitraum von 1843 bis 1918.
CARLA enthält Informationen und Unterlagen zu Studierenden, Lehrenden und weiteren Angehörigen des Konservatoriums, die aus dem Archiv der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig (HMT Leipzig) stammen. Neben biographischen Angaben verzeichnet CARLA auch Informationen zum Studium, zur Lehrtätigkeit oder zur Verwaltungstätigkeit einzelner Personen. Digitalisate der historischen Studienunterlagen, die als als Quellengrundlage dienen, sind mit den entsprechenden Personen verknüpft. Zudem verweist CARLA auf externe Datenquellen, die ergänzendes Wissen zu den erfassten Personen enthalten. Umfangreiche Texte zur Bestands- und Projektbeschreibung runden die Plattform ab.
An der Bibliothek und im Archiv der HMT Leipzig sind im Kontext von CARLA inzwischen mehrere Neben- und Unterprojekte entstanden, die sich ebenfalls mit der Geschichte des Leipziger Konservatoriums der Musik beschäftigen. Dazu zählen etwa die Erschließung historischer Konzertprogramme des Konservatoriums auf musiconn.performance oder die Transkription der Studienunterlagen auf Wikisource. Durch diese Verknüpfungen ist CARLA inzwischen zu einer wichtigen digitalen Forschungsumgebung zur Hochschulgeschichte geworden.
Wie ist die Idee zu CARLA eigentlich entstanden? Welche Ziele verfolgte die Hochschule bei der Entwicklung?
Das Leipziger Konservatorium der Musik war bei seiner Gründung 1843 die erste Einrichtung dieser Art in Deutschland und besaß von Beginn an eine hohe internationale Strahlkraft. Viele namhafte internationale Persönlichkeiten studierten und lehrten am Konservatorium, deren Spuren immer wieder erforscht werden. Beispiele wären u. a. der norwegische Komponist Edvard Grieg oder die englische Komponistin und Frauenrechtlerin Ethel Smyth.
Die Quellen zur Konservatoriumsgeschichte sind nicht nur für die Musikforschung, sondern auch für Themen wie Kulturtransfer, Bildungsgeschichte oder Gender Studies relevant. Entsprechend waren die historischen Studienunterlagen über viele Jahre der am häufigsten nachgefragte Bestand des Archivs. Vor Projektbeginn waren die Daten jedoch nur sehr rudimentär in einer lokalen Access-Datenbank erfasst, die schließlich als Grundlage für CARLA diente.
Mit CARLA soll die Geschichte des Leipziger Konservatoriums digital sichtbar und online zugänglich gemacht werden. Zugleich ermöglicht die Projektarbeit den Aufbau von Kompetenzen in den Bereichen Forschungsdatenmanagement, Open Data und Open Science innerhalb des Teams. Wir fokussieren uns stark auf die Qualität der Daten, um eine Anbindung an andere Projekte und ihre Nachnutzbarkeit sowie technische Weiterentwicklungen zu ermöglichen. Durch die Beschäftigung mit Strukturen und Netzwerken der Digital Humanities konnte sich das Team fachlich wie institutionell weiter vernetzen.
Mit CARLA wird nicht nur die Hochschulgeschichte sichtbar, sondern auch die gegenwärtigen Tätigkeiten von Bibliothek und Archiv als „Datenlieferantinnen“ und Informationsdienstleisterinnen.
Welche Quellenbestände wurden für CARLA verwendet, und welche Herausforderungen gab es bei der Digitalisierung?
Hauptgrundlage der Datenerfassung bilden historische Studiendokumente, die das Archiv der HMT Leipzig in außergewöhnlicher Vollständigkeit seit der Gründung des Konservatoriums 1843 bewahrt. Dazu zählen Register, Inskriptionsbücher mit Angaben zu Herkunft, Fähigkeiten und finanzieller Situation der Studierenden, Aufnahmeformulare sowie Zeugnisse.
Bei Unklarheiten wurden ergänzende Unterlagen wie Studienprospekte, Schüler- und Personalverzeichnisse oder Festschriften aus dem Bestand der Bibliothek und des Archivs herangezogen. Auch externe Datenbanken wie Musik in Geschichte und Gegenwart (MGG), New Grove, Wikipedia oder Ancestry dienten zur Recherche.
Die Digitalisierung der Studienunterlagen aus dem Archiv der HMT Leipzig erfolgte bereits 2004/2005 durch einen externen Dienstleister. Die dabei entstandenen Digitalisate entsprechen den aktuellen Standards aber nicht mehr und lagen zu Projektbeginn nur auf lokalen Laufwerken vor.
Da personelle und technische Kapazitäten für einen eigenen Viewer oder ein Langzeitarchiv fehlten, war die Veröffentlichung nur dank der Unterstützung des Landesdigitalisierungsprogramms des Freistaates Sachsens (LDP) möglich. Dadurch konnten die vorhandenen Digitalisate nachgenutzt, langzeitarchiviert und auf sachsen.digital veröffentlicht werden. Zusätzlich konnten über das LDP auch Digitalisate weiterer Unterlagen angefertigt werden.
Warum ist die Entwicklung von CARLA wichtig? Wie unterscheidet sich CARLA von anderen musikhistorischen Datenbanken?
CARLA macht historische Quellen zugänglich, die bislang ausschließlich vor Ort genutzt werden konnten, und bereitet die darin enthaltenen Daten für die Forschung auf. So wird die Geschichte des Leipziger Konservatoriums der Musik für eine breite Öffentlichkeit und die Wissenschaft zugänglich.
Dabei fokussiert sich CARLA exklusiv auf das Leben und Wirken am Leipziger Konservatorium der Musik als erste musikalische Bildungseinrichtung ihrer Art in Deutschland.
Es wird aktiv auf weitere Informationen in anderen Datenpools wie Wikipedia, RISM, Kalliope oder MUGI (Musik und Gender im Internet) hingewiesen. Diese Verbindungen sind durch die Verzeichnung der GND-ID für jede Person in CARLA möglich. Hierfür wurden Normdatensätze in der Gemeinsamen Normdatei (GND) mit Daten aus CARLA angelegt bzw. angereichert. Gleichzeitig nutzt CARLA Daten aus der GND nach, um das Retrieval zu verbessern, z. B. bei Namensvarianten.
CARLA bietet zudem die Möglichkeit, aktiv am Projekt mitzuwirken. Nutzende können über eine Kommentarfunktion Informationen zu Einzelpersonen ergänzen oder sich an der Transkription der historischen Studienunterlagen auf Wikisource beteiligen. Die Ergebnisse sind über einen Link an den Dokumenten auch in CARLA sichtbar.
Wie bereits erwähnt, wurde das CARLA-Projekt um mehrere Unter- bzw. Nebenprojekte erweitert. Dazu gehören zum Einen die Transkriptionen auf Wikisource und zum Anderen die Erschließung der historischen Konzertprogramme des Leipziger Konservatoriums der Musik über die Ereignisdatenbank musiconn.performance. Durch diese zahlreichen Verbindungen entstand eine digitalen Forschungsumgebung zur Geschichte des Konservatoriums.
Dabei standen und stehen immer Datenqualität, Nachhaltigkeit und die Idee von Open Science im Fokus. Wir möchten gewährleisten, dass über die in CARLA recherchierbaren Ergebnisse hinaus sowohl die Daten als auch die Datenbankstruktur nachgenutzt werden können. Für die intensive Auseinandersetzung mit FAIR-Data-Prinzipien wurde das Projekt kürzlich mit dem Open Data Award der Initiative SaxFDM ausgezeichnet.
Welche neuen Möglichkeiten eröffnet CARLA für Forschende, etwa in der Musikwissenschaft, Geschichtsforschung oder Digital Humanities?
Als digitale Forschungsumgebung zur Geschichte des Leipziger Konservatoriums der Musik bietet CARLA vielfältige Nutzungsmöglichkeiten.
Für die Musikwissenschaft stellt CARLA einen großen Datenkorpus bereit, der in Hinsicht auf unterschiedliche Fragestellungen ausgewertet werden kann. Er erlaubt Rückschlüsse auf Ausbildung, Musikleben und internationalen Kulturtransfer im 19. und frühen 20. Jahrhundert.
Die Verknüpfung mit musiconn.performance eröffnet zudem Zugänge für die Repertoireforschung. Gleichzeitg bietet CARLA einen zentralen Einstieg für die Recherche zu einzelnen Persönlichkeiten. Die angesprochenen Verlinkungen auf andere Datenpools, wie RISM mit historischen Bibliotheksbeständen (z. B. für den Unterrichtsgebrauch entwickelte Übungen, Instrumentalschulen usw.) oder Kalliope mit weiteren Archivmaterialien (z. B. Briefe, Stammbücher), ermöglichen eine umfassende Beschäftigung mit der Laufbahn einzelner Personen aus CARLA heraus.
Auch für die Geschichtswissenschaft sind die Daten wertvoll: Sie dokumentieren nicht nur lokale Leipziger Geschichte, sondern auch gesellschaftliche Entwicklungen der Zeit zwischen 1843 und 1918 – von der Revolution 1848 über die Reichsgründung bis zum Ersten Weltkrieg. Ahnenforschende wiederum können CARLA für genealogische Recherchen nutzen.
Für Fachleute aus Bibliothek, Archiv und Dokumentation bietet CARLA ein Werkzeug für Provenienzforschung und Auskunftsdienste. Neben einfachen Suchen können über die Erweitere Suche auf der Benutzungsoberfläche komplexe Suchanfragen an CARLA gestellt werden.
Zudem bieten wir Listen aller Lehrenden, unterrichteten Fächer und Herkunftsstaaten der Studierenden, sowie Visualisierungen zur Herkunft der Studierenden und Entwicklung der Studierenden- und Lehrendenzahlen als explorative Einstiege in den Datenbestand an.
Zusätzlich können die Daten über eine öffentlich zugängliche REST-API automatisiert abgefragt und ausgewertet werden. Somit können die Daten einfach für verschiedene Forschungs- und Anwendungszwecke nachgenutzt werden.
Gibt es bereits konkrete Forschungsergebnisse oder neue Erkenntnisse, die durch die Arbeit mit CARLA entstanden sind?
Die rege internationale Nutzung der CARLA-Datenbank lässt sich anhand der Nutzungszahlen der letzten sechs Monate belegen. Nutzende aus 75 Ländern haben bei 4912 Besuchen rund 188 Stunden auf CARLA verbracht.
Einige uns bekannte Forschungsprojekte möchten wir hier exemplarisch vorstellen:
Das von der DFG geförderte Projekt „Carl Reinecke als Schlüsselfigur des Leipziger Musikbetriebs im späten 19. Jahrhundert: Studien zu seiner institutionellen Vernetzung und pädagogischen Wirkung”, welches seit 2022 an der Universität Leipzig und der HMT Leipzig angesiedelt ist, nutzt Daten zu den Studierenden Carl Reineckes über unsere REST-API nach.
Im Rahmen des Reinecke-Projekt nutzte auch Johanna Schuler die CARLA-Daten für ihr Promotionsvorhaben zu CARL Reinecke als Lehrer am Leipziger Konservatorium. 2024 veröffentlichte sie im Sammelband „Carl Reinecke als Schlüsselfigur des Leipziger Musikbetriebs im späten 19. Jahrhundert“ einen Beitrag mit dem Titel „Nicht gerade hervorragend, doch nicht ohne Verdienste: Carl Reinecke als Lehrer am Konservatorium der Musik zu Leipzig”, der zu großen Teilen auf Daten aus CARLA beruht.
Die Musikwissenschaftsstudentin Wio Groeger veröffentlichte 2024 eine im Open Access zugängliche Studienarbeit mit dem Titel „Datensatzanalyse zu Studierenden der HMT Leipzig in den Jahren 1887 bis 1911“, die auf Daten aus CARLA basiert.
Auch vom Projektteam selbst wird CARLA aktiv für forschungsorientierte Vermittlungsformate genutzt. Zur Nacht der Bibliotheken 2025 stellte das Bibliotheks- und Archivteam der HMT exemplarisch die Biographie einer Studentin aus dem 19. Jahrhundert vor. Johanna Maria Scheuffler wurde zwar kein internationaler Ruhm zuteil, aber sie prägte als Musikpädagogin das Kulturleben ihrer Region (Olbernhau, Erzgebirge).
Im Rahmen der Langen Nacht der Wissenschaften 2025 entstand ein Veranstaltungsformat zum gemeinschaftlichen Transkribieren der historischen Studienunterlagen, bei dem Teilnehmende in das Projekt und das Lesen der Kurrentschrift eingeführt werden. Anschließend übertragen sie mit Unterstützung von Projektmitarbeitenden selbst die handschriftlichen Quellendokumente, die CARLA zugrunde liegen, auf Wikisource als kollaborativ genutzter Plattform.
Darüber hinaus sind an der HTWK Leipzig mehrere studentische Projekte im Studiengang Bibliotheks- und Informationswissenschaft aus CARLA hervorgegangen. Jüngst wurde etwa die Briefsammlung der ehemaligen US-amerikanischen Konservatoriumsstudentin Emilie Hablitzel, die sich im Archiv der HMT Leipzig befindet, detailliert erschlossen. Mehr zu dem Projekt kann im MT-Journal Nr. 59 auf Seite 28-31 gelesen werden.
Bei der Entwicklung solcher digitalen Projekte läuft selten alles reibungslos. Wo lagen die größten Herausforderungen?
Der Aufbau von CARLA als digitaler Forschungsumgebung wurde aus öffentlichen Mitteln des Landesdigitalisierungsprogramms des Freistaates Sachsen gefördert. Förderbedingungen waren dabei u. a. Nachhaltigkeit und maximale Offenheit der Daten und entwickelten Tools. Zu Projektbeginn fehlten an der HMT Leipzig hierfür teilweise die technischen und organisatorischen Voraussetzungen, insbesondere im IT-Bereich. Deshalb arbeitete das Projektteam eng mit einem externen Entwickler sowie mit Partnereinrichtungen – vor allem mit der SLUB Dresden – zusammen, was einen erhöhten Kommunikations- und Abstimmungsaufwand bedeutete.
Parallel mussten im Projektteam Kompetenzen in Forschungsdatenmanagement und FAIR-Data-Prinzipien erst aufgebaut werden. Durch Beratungen von NFDI4Culture, sowie die Teilnahme an Weiterbildungen und Kongressen konnten auf allen Seiten neue Erkenntnisse gewonnen werden. So waren etwa einige bekannte zentrale Angebote nicht passend für die Anforderungen von CARLA, wodurch auch die Beratenden neue Services kennenlernten.
Hinzu kamen inhaltliche Schwierigkeiten bei der Datenerfassung. Die Erfassung von Koordinaten und Namen historischer Orte und Staaten gestaltete sich teilweise schwierig. Zudem ist die Zuordnung von Orten zu historischen und aktuellen Staaten in einigen Fällen politisch sensibel.
Widersprüchliche bzw. fehlende Angaben in den Studienunterlagen und weiteren Quellen erschwerten in einigen Fällen die Datenerfassung sowie die eindeutige Identifikation von Personen für das Anlegen von Normdaten in der GND.
Eine zentrale Herausforderung stellt jedoch die nachhaltige Sicherung im Sinne der FAIR-Data-Prinzipien und Weiterentwicklung des Projekts dar – sowohl inhaltlich als auch technisch. Die hierfür und für die Betreuung der Teilprojekte benötigten personellen und technischen Ressourcen wurden nun aufgrund der schwierigen Haushaltslage trotz einstiger Zusagen in Frage gestellt.
Und zum Schluss: Wie soll es mit CARLA weitergehen? Sind neue Funktionen, Kooperationen oder Erweiterungen geplant?
CARLA soll als digitale Forschungsumgebung und Datenpool langfristig ausgebaut, gepflegt und vermittelt werden.
Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Verbesserung der Datenqualität im Sinne der FAIR-Prinzipien. Zwar haben wir in diesem Bereich schon einige Dinge erreicht, doch es gibt noch etliche weitere Vorhaben. Zurzeit arbeiten wir an der Implementierung von persistenten URLs, um zitierfähige Links zu unseren Daten bereitstellen zu können. Gleichzeitig kooperieren wir mit der SLUB Dresden, um die Daten aus CARLA in einem digitalen Langzeitarchiv zu sichern. Wir würden die Daten zudem gern in gängigen Formaten der Digital Humanities (z. B. RDF) anbieten, um die Nachnutzbarkeit für die Forschung zu erhöhen.
Um CARLA noch stärker zu öffnen, ist die Veröffentlichung des Quellcodes von Datenbank, API und Benutzeroberfläche vorgesehen. Geplant sind außerdem zusätzliche Verlinkungen, etwa zum MT-Katalog der Bibliothek der HMT Leipzig. Gleichzeitig sind wir stetig auf der Suche nach neuen Kooperationsprojekten, v. a. im Bereich Digital Humanities. Außerdem möchten wir die Benutzungsoberfläche funktionell und gestalterisch weiterentwickeln.
Mit dem Transkriptionsprojekt auf Wikisource und einigen bearbeiteten Wikipedia-Artikel haben wir erste Schritte ins Wikiversum gewagt. Die Verbindung dorthin möchten wir durch die kontinuierliche Arbeit an den Transkriptionen weiter pflegen und perspektivisch mit der Anbindung an andere Wikiprojekte (Wikidata, Factgrid) ausbauen.
Solche Neben- und Unterprojekte wie auch die Erschließung der Konzertprogramme auf musiconn.performance sollen weitergeführt und ausgebaut werden. Hierfür betreiben wir aktiv Wissenschaftskommunikation in den Fachcommunities und versuchen Vorhaben zu Citizen-Science-Projekten weiterzuentwickeln.
Die inhaltliche Erweiterung der Datenbank um Dokumente und Informationen zu weiteren Studierendenjahrgängen wäre zwar rechtlich möglich (die personenbezogenen Schutzfristen sind bis Geburtsjahrgang 1925 abgelaufen), allerdings mit Vorarbeiten verbunden, die aufgrund von fehlenden Ressourcen aktuell nicht umsetzbar sind. Wir hoffen dennoch in Zukunft neue Daten zu weiteren Personen im Kontext des Leipziger Konservatoriums der Musik in CARLA veröffentlichen zu können.
Wenn Sie mehr erfahren wollen, empfehle ich Ihnen unsere Webseite www.carla.hmt-leipzig.de und den Newsletter Archivdatenbank der HMT Leipzig, für den Sie sich hier anmelden können. Es gibt ebenfalls viele Möglichkeiten, wie Sie CARLA unterstützen und sogar aktiv am Projekt mitwirken können.
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